Bohrerhersteller Komet schließt Zweigwerk in Stuttgart

Besigheim  Beim Bohrerhersteller Komet werden die Sparschrauben angezogen. Das Zweigwerk in Stuttgart-Vaihingen wird geschlossen, die Produktion nach Besigheim und nach Polen verlagert. Dafür gibt die Unternehmensleitung einen bestimmten Grund an.

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Der Werkzeugproduzent Komet macht seinen Standort in Stuttgart-Vaihingen dicht. Betroffen sind etwa 125 Mitarbeiter, wie ein Konzernsprecher mitteilte. Am Stammsitz in Besigheim arbeiten weitere 650 Beschäftigte.

Tochterfirma eines Luxemburger Konzerns

Komet gehört seit 2017 zur luxemburgischen Ceratizit-Gruppe. Ziel der Schließung sei, rasch wieder in die Gewinnzone zurückzukehren, teilte sie mit. Die Bereiche des Werks Vaihingen sollen künftig von den Standorten Besigheim und Kedzierzyn-Kozle in Polen übernommen werden. Spätestens Ende 2021 soll Vaihingen aufgegeben werden. Die Fertigung von diamantbeschichteten Werkzeugen und 3D-Metalldruck werde dann nach Besigheim verlagert, hieß es. Verhandlungen über Interessenausgleich und Sozialplan sollen jetzt beginnen.

"Die Covid-19-Pandemie hat den Kostendruck in der Werkzeugbranche weiter erhöht", begründet Vorstandssprecher Andreas Lackner den Schritt: "Um wettbewerbsfähig zu bleiben, werden wir unsere Produktionskapazitäten weiter konzentrieren."

Spezialisiert auf Hartmetall

Ceratizit gehört je zur Hälfte zwei Luxemburger Familien sowie der österreichischen Plansee-Gruppe. Der Konzern produziert Hartmetall und Dreh-Werkzeug und besitzt eigene Wolfram-Minen. Mit insgesamt 8000 Mitarbeitern in mehr als 30 Werken wird ein Umsatz von mehr als einer Milliarde Euro erzielt. Komet kommt etwa auf 180 Millionen Euro Umsatz.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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