Würth Elektronik fährt in der Formel E mit

Waldenburg  Der Elektroteile-Hersteller aus Waldenburg sieht sich im Elektro-Motorsport als Partner auf Augenhöhe von Audi.

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Würth Elektronik fährt in der Formel E mit

Die Platine von Würth Elektronik sieht unspektakulär aus. Sie sorgt aber für die Effizienz des Antriebssystems.

Foto: Würth Elektronik

Von der Autobahn aus ist das WE-Logo bei Waldenburg gut zu sehen. Und nun auch deutlicher auf der Rennstrecke: Die Eisos-Sparte von Würth Elektronik ist jetzt offizieller Partner von Audi in der Elektro-Rennsportserie Formel E. Das Logo der Waldenburger kommt dadurch ins Cockpit der Fahrzeuge - direkt neben dem Kopf des Fahrers.

Audi-Techniker arbeiten mit Waldenburger Experten zusammen

Die Zusammenarbeit mit Audi geht aber weit über das Logo hinaus: Oliver Opitz verantwortet die technologische Zusammenarbeit der Waldenburger mit Audi. "Die Audi-Leute kommen aus Neuburg an der Donau gerne zu uns nach Hohenlohe, um unsere Testlabore zu verwenden." Und außerdem sind in den Rennwagen auch Komponenten eingebaut, die von Würth Elektronik stammen. Besonders stolz ist Opitz auf seine Redcube-Platine, die keine Massenware ist, sondern speziell für die Rennstrecke ausgelegt ist. "Unsere Bauelemente steigern die Effizienz im Hochvoltsystem der Rennboliden", erklärt Opitz.

Der technische Fortschritt ist fast so schnell wie die Rennwagen: "In fünf Jahren hat sich die Batteriekapazität von 28 Kilowattstunden auf 52 verdoppelt", sagt Opitz. Die Leistung des E-Motors sei dieses Jahr um 25 Prozent angehoben worden. "Das ist schon eine sehr erstaunliche Entwicklung", findet er. Das Dröhnen der Verbrennungsmotoren in der Formel 1 vermisst am Fuß der Waldenburger Berge schon lange niemand mehr.

Würth-Tochterunternehmen hofft auf Serienaufträge

Würth Elektronik fährt in der Formel E mit

"Die Formel E gibt uns die Möglichkeit, unsere Bauteile unter Extrembedingungen testen zu können", sagt auch Eisos-Technikchef Alexander Gerfer, der die Zusammenarbeit mit Audi als "Partnerschaft auf Augenhöhe" lobt. "Uns ist es wichtig, die Elektromobilität mit unseren Komponenten nicht nur zu fördern, sondern innovativ voranzutreiben." Das sei zum Vorteil der Kunden - und zugleich bietet der E-Rennsport den Hohenlohern ein Entree in den Automobilbereich, in dem die Karten durch den Technologiewandel derzeit neu gemischt werden. Da trifft es sich gut, dass neben Audi jetzt auch Mercedes, BMW und Porsche mitmischen.

Würth Elektronik ist ein Partner der ersten Stunde. Schon seit der ersten Formel-E-Saison, die 2014 ausgefahren wurde, ist die Rennserie auch eine Formel WE. "Unsere Leidenschaft und unsere technische Unterstützung für das Audi-Team ist von Jahr zu Jahr gewachsen", sagt Gerfer. An der Rennstrecke sind gelegentlich nicht nur Opitz und Gerfer zu sehen, sondern auch Reinhold Würth und die Eisos-Geschäftsführer Thomas Schrott und Oliver Konz. "Die Fans erwartet die wahrscheinlich spannendste Saison aller Zeiten und auch bei uns fiebern jetzt schon alle mit", sagt Konz.

Waldenburger Firma ist von beginn an dabei

Audi Sport ABT Schaeffler - so der vollständige Name des E-Rennstalls aus Ingolstadt - ist das einzige Team, das alle Saisons der Rennserie mit demselben Fahrerduo bestritten hat. Zwölf Siege und 41 Podiumsplätze in 60 Rennen haben Lucas di Grassi und Daniel Abt herausgefahren - sowie je einen Fahrer- und einen Teamtitel. "Als Technologiepartner sind wir besonders stolz, an diesem Erfolg teilzuhaben", sagt Opitz. "Und wir arbeiten schon am nächsten Streich."

Vergangenes Wochenende beim Auftaktrennen in Saudi Arabien gab es allerdings eine emotionale Achterbahnfahrt: Beim ersten Rennen ging das Team aus Ingolstadt leer aus, am zweiten Renntag in Diriyya holte di Grassi den zweiten Platz.

Im Frühjahr kommt der Rennzirkus nach Europa

Erst Mitte Januar geht es jetzt weiter, dann macht der Elektro-Zirkus Station in Südamerika, Ende Februar dann in Marokko. Für Christopher Becht, der sich bei Würth Elektronik um die Vermarktung des Engagements kümmert, sind aber besonders die europäischen Rennen interessant, die ab April im Kalender stehen. Auch bei der Suche nach Mitarbeitern sei die Formel E interessant, berichtet er.

 

Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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