Wie sich Audi auf das Ende der Fertigung vorbereitet

Neckarsulm  Im Audi-Werk Neckarsulm bereitet man sich auf den geplanten Produktionsstopp und Kurzarbeit vor. Zunächst werde laut einer Sprecherin geprüft, ob die Möglichkeit besteht, Überstunden abzubauen.

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Produktionsstopp ist geübte Praxis

In der Fertigung bleiben die Fahrzeuge am jeweiligen Fertigungspunkt stehen. So kann die Produktion zu jedem Zeitpunkt an dieser Stelle wieder flexibel aufgenommen werden.

Foto: Audi

Egal ob bei Audi direkt, im Umfeld oder überhaupt in der Region. Neben allen aktuellen Nachrichten und Einschränkungen rund um das Coronavirus war der geplante Produktionstopp und die damit verbundene Kurzarbeit am Mittwoch vielerorts Gesprächsthema.

Nach Angaben einer Audi-Sprecherin gingen der Ankündigung der Kurzarbeit am Dienstagabend Gespräche mit der Agentur für Arbeit und dem Betriebsrat voraus. "Das ist die übliche Vorgehensweise in solchen Fällen. Nun wird die geplante Kurzarbeit bei der jeweils zuständigen Agentur für Arbeit angezeigt", so die Sprecherin weiter. Für das Werk Neckarsulm ist das Heilbronn.

Bundesregierung und Gesetzgeber haben im Zuge der Corona-Pandemie Sonderregelungen und Erleichterungen zum Bezug von Kurzarbeitergeld erlassen. So besteht Anspruch auf Kurzarbeitergeld, wenn mindestens zehn Prozent der Beschäftigten einen Arbeitsentgeltausfall von mehr als zehn Prozent haben, normalerweise mindestens 30 Prozent der Mitarbeiter betroffen sind.

 

„Natürlich schafft die Gesamtsituation Unsicherheit“

Betriebsratschef Rolf Klotz

 

"Natürlich schauen wir uns jetzt jeden Mitarbeiter an, ob er gegebenenfalls erst einmal Überstunden abbauen kann", sagt die Sprecherin. "Gerade jetzt beim Herunterfahren der Produktion ist eine gute Möglichkeit dafür." Angesichts der Unterauslastung in Neckarsulm und dadurch weggefallener Schichten sind die Arbeitszeitkonten der Belegschaft in den Bereichen Produktion und Logistik kaum gefüllt oder weisen sogar Minusstunden auf.

"Der vorläufige Produktionsstopp und damit der Antrag auf Kurzarbeit innerhalb der Fertigung waren unausweichlich und richtig. Als Betriebsrat haben wir in erster Linie die Auswirkungen auf unsere Kolleginnen und Kollegen im Blick", sagt Betriebsratschef Rolf Klotz. "Natürlich schafft die Gesamtsituation Unsicherheit. Deshalb haben wir uns für eine solide betriebliche Regelung eingesetzt, mit der die finanzielle Belastung für alle Betroffenen so gering wie möglich ausfällt.

Produktionsstopp ist geübte Praxis

Das Herunterfahren der Produktion sollte problemlos verlaufen, wie Neckarsulms Werkleiter Helmut Stettner auf Anfrage mitteilt: "Das Vorgehen entspricht dem geregelten Herunterfahren der Fertigung, das auch vor den sonst üblichen Betriebsunterbrechungen angewandt wird. Das betrifft etwa den Betriebsurlaub im Sommer oder Winter, dann ist die Produktion für mehrere Wochen gestoppt.

Die Produktion werde jetzt bis Freitag stufenweise heruntergefahren. Dazu werden der Karosseriebau ganz und die Lackiererei teilweise leergefahren - im Karosseriebau befinden sich dann bis zum Ende der Maßnahme keine Karosserien mehr. In den Montagen aller Baureihen - A4, A5 Cabrio, A6, A7 und A8 - bleibt die Fertigungskette gefüllt. "Die Fahrzeuge bleiben am jeweiligen Fertigungspunkt stehen und werden abgedeckt, um sie zu schützen", so Stettner. So kann die Fertigung zu jedem Zeitpunkt am jeweiligen Punkt wieder flexibel aufgenommen werden.

 

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Alexander Schnell

Alexander Schnell

Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Schnell leitet seit 1. Juni 2006 das Ressort Leben und Freizeit und ist damit für alle Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem auch das Wochenendmagazin Freizeit und die Autostimme. Ein Spezialgebiet des gebürtigen Heilbronners sind alle Themen rund ums Auto und Mobilität. Darüber hinaus ist Schnell Mitglied der Chefredaktion.

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