Video-Kampf um den Betriebsrat bei Würth

Künzelsau  Der Streit bei Würth um eine mögliche Arbeitnehmervertretung wird schärfer. IG Metall startet eine Respekt-Kampagne, der Sprecher der Würth-Geschäftsführung veröffentlicht eine Videobotschaft.

Von Manfred Stockburger

Video-Kampf um Betriebsrat bei Würth

Arbeitsbedingungen in der Logistik sind ein Streitpunkt.

Foto: Archiv/Würth

Das Thema Betriebsrat schlägt hohe Wellen bei Würth. Im Internet und in den Büros wird heiß diskutiert, ob das Stammhaus des Handelskonzerns mit einem freiwilligen Vertrauensrat oder mit einer nach dem Betriebsverfassungsgesetz konstituierten Arbeitnehmervertretung besser fährt. Die Meinungen gehen weit auseinander.

Videobotschaft des Geschäftsführers

"Wir werden uns einem Betriebsrat, wenn Sie ihn wollen, nicht verwehren", sagte Norbert Heckmann, Chef der Adolf Würth GmbH & Co. KG, vergangene Woche in einer Videobotschaft an die Mitarbeiter. Seine Präferenz ist aber auch klar: "Wir haben hervorragend mit dem Vertrauensrat zusammengearbeitet."

Der Initiator der Betriebsratsinitiative, Johannes Daniel Hurlebaus, habe "schon seit längerer Zeit keine Kunden mehr besucht", sagte Heckmann. Kunden hätten sich über ihn beschwert, teilweise hätten sie Hurlebaus Hausverbot erteilt, so Heckmann. Hurlebaus könne aber wieder im Vertrieb arbeiten, betonte der Sprecher der Geschäftsführung.

Daniel Hurlebaus wiederum warf der Geschäftsleitung vor, dass Mitglieder der Initiative bedroht worden seien. "Sie muss sofort wirksame Maßnahmen ergreifen, um weitere Straftaten durch Führungspersonen zu unterbinden", forderte er. Zudem müsse sein Zugang zum Intranet, zur Geschäfts-E-Mail sowie seiner Telefonnummer wiederhergestellt werden. Zudem forderte Hurlebaus, dass ihm das Carmen-Würth-Forum als Ort für eine Versammlung zur Verfügung gestellt wird. Auch Hurlebaus hat mehrere Videobotschaften abgesetzt.

Gewerkschaft setzt auf Flugblätter

Die IG Metall hat sich bislang nur mit zwei Flugblättern zu Wort gemeldet, in denen unter anderem eine Internetseite der Gewerkschaft angekündigt wird, über die sich Beschäftigte des Künzelsauer Unternehmens austauschen können. Außerdem geht es dabei um eine Umstrukturierung in der Logistik. Die IG Metall fordert unter anderem die Rücknahme einer Arbeitszeiterhöhung um 1,5 Stunden, da der Grund nicht mehr bestehe.

Im zweiten Flugblatt betont die IG Metall unter dem Motto "Kein Platz für Rassismus", dass sie für die freiheitlich-demokratische Grundordnung, mehr Demokratie und den Ausbau des sozialen Rechtsstaats eintrete. Damit bezieht sich die Gewerkschaft offenbar auf den Initiator der Betriebsratsinitiative, der auch Schatzmeister des AfD-Kreisverbands Ortenau ist.

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