Südzucker schreibt mit Zucker Verlust

Mannheim/Offenau  Der Preisverfall bei Zucker und Bioethanol hat Südzucker im zweiten Geschäftsquartal einen herben Gewinneinbruch eingebrockt.

Von Heiko Fritze

Seit Anfang September liefern die Lastwagen im Werk Offenau wieder große Mengen von Rüben in die Fabrik, die dann zu Zucker verarbeitet werden. Foto: Ralf Seidel

Der Südzucker-Konzern ist mit seiner Zuckersparte im ersten Halbjahr des laufenden Geschäftsjahres in die roten Zahlen gerutscht. Beim operativen Ergebnis wurde ein Minus von acht Millionen Euro verbucht, teilte Europas größter Zuckererzeuger gestern mit. Angesichts der weiter niedrigen Weltmarktpreise für Zucker stellt der Vorstand seine bisherige Strategie infrage - eine „Prüfung und Neubewertung“ werde intensiviert, hieß es, ohne konkreter zu werden.

Nach sechs Monaten - Stichtag war hier der 31. August - belief sich der Umsatz auf knapp 3,5 Milliarden Euro, nahezu ebenso viel wie vor einem Jahr. Der Gewinn brach aber um fast 70 Prozent ein auf 64 Millionen Euro. Der Umsatz in der Zuckersparte sank um acht Prozent auf 1,4 Milliarden Euro, während die Sparte Spezialitäten um 19 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro zulegte - erstmals ist darin auch der US-Pizzahersteller Richelieu enthalten.

Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand nun einen Umsatzrückgang auf 6,6 bis 6,9 Milliarden Euro. Das werde vor allem durch das Segment Zucker verursacht. Schließlich habe der Preis im Juli auf dem historisch niedrigsten Niveau von 346 Euro pro Tonne gelegen. Mit der Rübenverarbeitung hatte Südzucker Ende August begonnen.

Das Unternehmen hatte mit dem Ende der Zuckermarktordnung seine Erzeugung massiv ausgeweitet. Nun werde in der Sparte ein operativer Verlust von bis zu 250 Millionen Euro erwartet.

 

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