Südzucker schöpft Hoffnung

Mannheim/Region  Im dritten Quartal ist Europas größter Zuckererzeuger zwar in die roten Zahlen gerutscht, aber die Zuckerpreise steigen wieder. Daher wurde auch investiert, unter anderem ins Werk Offenau.

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Die Rübenkampagne in Offenau endete am 5. Januar.

Foto: Andreas Veigel

Europas größter Zuckererzeuger Südzucker steckt nach dem dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres wieder in den roten Zahlen. Unter dem Strich fiel ein Verlust von 35 Millionen Euro an. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 5,2 auf 5,0 Milliarden Euro.

Hauptursache ist die Entwicklung in der Stamm-Sparte Zucker: Dort brach der Umsatz von 2,1 auf 1,7 Milliarden Euro ein, der operative Verlust summierte sich auf 146 Millionen Euro. Das konnte durch die gute Entwicklung in den Sparten Spezialitäten und Cropenergies nicht mehr ausgeglichen werden.

Vorstand geht von Verbesserung aus

Dennoch herrscht bei dem Mannheimer Konzern wieder eine gewisse Zuversicht. Zwei Jahre mit niedrigen Zuckerernten in Europa haben die dort verfügbare Zuckermenge zusammenschrumpfen lassen. "Seit Anfang 2019 ist die EU wieder Zucker-Nettoimporteur", sagte ein Sprecher des Unternehmens.

Da mittlerweile auch der Weltmarktpreis wieder leicht gestiegen ist, zeichne sich eine Erholung der Lage ab. Wegen langfristiger Lieferverträge werde diese zwar nicht sofort wirksam. "Wir erwarten aber, dass wir in 18 bis 24 Monaten eine Verbesserung sehen werden." Die Einsparungen durch die Stilllegung von insgesamt fünf Zuckerfabriken würden sich auch erst im neuen Geschäftsjahr auswirken.

80 von mehr als 300 Waggons werden zurückgegeben

Der Konzern hat jedenfalls seine Strategie geändert. Nicht mehr der Weltmarkt ist das Ziel, sondern nur noch Europa. Daher wurde im November auch das Handelsbüro in Antwerpen aufgelöst, von dem aus der weltweite Export gesteuert werden sollte. Von den mehr als 300 eigens angemieteten Eisenbahnwaggons werden 80 in diesem Jahr wieder zurückgegeben, sagte der Sprecher. Den Rest wolle Südzucker langfristig weiterbetreiben, auch um bei Ertragsschwankungen in Europa und bei nötigen Exporten flexibel sein zu können.

Streiks bremsen Kampagne in Frankreich

In der Zuckerfabrik Offenau, die im laufenden Jahr eine neue Absackanlage für Foliensäcke bekam, endete die Rübenkampagne nach 111 Tagen am 5. Januar. In Frankreich werde sie wegen der anhaltenden Streiks wohl noch bis Mitte Februar laufen, hieß es. Die Zuckererzeugung werde wohl von 4,6 auf 4,3 Millionen Tonnen sinken. Für das Gesamtjahr erwartet der Vorstand weiterhin einen Umsatz von 6,7 bis 7,0 Milliarden Euro nach 6,8 Milliarden vor einem Jahr und ein operatives Ergebnis zwischen 70 und 130 Millionen Euro.

 


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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