SHK-Betriebe sind die Partner der Energiewende

Untereisesheim  Die Innung Sanitär, Heizung, Klima Heilbronn-Hohenlohe feiert 125. Geburtstag und blickt optimistisch in die Zukunft. Nur die Schwierigkeiten bei der Nachwuchssuche trüben die gute Stimmung.

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SHK-Betrebe sind die Partner der Energiewende

Auf eine bewegte Vergangenheit und in eine spannende Zukunft schaut die SHK-Innung Heilbronn-Hohenlohe. Am Donnerstagabend feierte die Innung mit rund 90 Gästen in "Rauers Guter Stube" in Untereisesheim ihr 125-jähriges Bestehen.

Neun Männer gründeten 1894 die Flaschner-Innung

Dabei gehörten die drei namengebenden Bereiche Sanitär, Heizung und Klima nicht von Anfang an zusammen. Als sich die neun Handwerker 1894 in der Gaststätte "Fischerstube" in der Heilbronner Lohtorstraße zusammensetzten, gründeten sie die Flaschner-Innung Heilbronn. Erst am 20. April 1970 gründete sich die SHK-Innung, die die Berufe des Heizungsbauers, des Gas- und Wasserinstallateurs und des Klempners bündelte.

Heute sind 147 Betriebe in der SHK-Innung Heilbronn-Hohenlohe freiwillig Mitglied, damit ist sie die drittgrößte Brancheninnung in Baden-Württemberg. Ein Kennzeichen der SHK-Berufe ist der hohe Grad an Technisierung, wie Obermeister Martin Freisleben betont. "Der technologische Wandel hat sich deutlich beschleunigt", sagt er.

Die SHK-Betriebe seien heute Spezialisten in zahlreichen Bereichen wie Elektrotechnik, Trinkwasser-Hygiene oder Korrosionsschutz in der Heizung, nennt er Beispiele. Und natürlich spielt der Klimaschutz eine immer größer Rolle in der SHK-Branche. "Wir sind die Umweltschützer Nummer ein", sagt der Obermeister selbstbewusst.

Keiner will im Kalten sitzen

Das Klimaschutzpaket der Bundesregierung wird dafür sorgen, dass die SHK-Betriebe auch in Zukunft gut ausgelastet sind. Und weil auch künftig niemand im Winter im kalten Haus sitzen oder kalt duschen mag, ist der Beruf krisensicher und von lokaler Nähe geprägt. Insofern könnten die Innungs-Mitglieder bestens gelaunt in die nächsten 125 Jahre starten - wenn da nicht das Thema Nachwuchsmangel wäre.

Zwar sind die Ausbildungszahlen in der Region zuletzt wieder gestiegen - 2018 gab es insgesamt 297 Azubis im Kammergebiet, das ist ein Plus von 4,2 Prozent. Doch der generelle Trend weg vom Handwerk ist auch in der SHK-Branche zu spüren. "Es wird immer schwerer, Auszubildende zu finden, auch weil die Anforderungen in unseren Berufen heute extrem hoch sind", sagt Freisleben.

Notdienste

Die Mitgliedsbetriebe der SHK-Innung Heilbronn-Hohenlohe bieten einen Notdienst für die Bürger an, der freitags um 18 Uhr beginnt und bis montags 6 Uhr dauert. An Feiertagen beginnt er am Vortag um 18 Uhr und endet am Folgetag um 6 Uhr. Die Telefonnummer für den Notdienst lautet 0180/5745111.

Wie die SHK-Innung betont, werden die betroffenen Verbraucher vorab über die voraussichtlich entstehenden Kosten informiert − böse Überraschungen wie bei Schlüsseldiensten seien somit ausgeschlossen.

Digitalisierung ist in den Betrieben an der Tagesordnung

Gemeinsam mit dem Fachverband will die SHK-Innung künftig noch mehr Werbung für ihre Berufe machen: In Schulen, bei Bildungsmessen, durch Infoveranstaltungen und in sozialen Medien. Der Obermeister ist überzeugt davon, dass sich mehr junge Leute für eine Ausbildung im SHK-Bereich interessieren würden, wenn sie wüssten, dass hier Schlagworte wie Digitalisierung und Smart Home längst gelebt werden und Arbeit mit Laptop oder Tablet an der Tagesordnung ist.

Positiver Ausblick in die Zukunft

Bei der stimmungsvollen Geburtstagsfeier, zu der auch die ehemaligen Obermeister Klaus Hackert, Horst Henkel und Horst Fischer gekommen waren, zeigte sich Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des Fachverbands SHK Baden-Württemberg, optimistisch. Die Betriebe müssten bereit sein, die Chancen, die die technologische Entwicklung biete, zu nutzen. "Die breite Aufstellung ist eine gute Basis für die Zukunft", sagte er. Auch Ulrich Bopp, Präsident der Handwerkskammer Heilbronn-Franken, prophezeit "einer der wichtigsten Innungen in der Region" eine gute Zukunft. "Das SHK-Handwerk ist Partner der Energiewende."

 

Jürgen Paul

Jürgen Paul

Stv. Leiter Politikredaktion

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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