Prüfgerätehersteller Infra-Test wächst im In- und Ausland

Brackenheim  Mittelständler aus Brackenheim profitiert von anhaltendem Bauboom - Zwei Zukäufe in Deutschland, sieben internationale Vertriebstöchter

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Prüfgerätehersteller Infra-Test wächst im In- und Ausland

Dieser Ring- und Kugelautomat ist eines von mehr als 700 Prüfgeräten des Unternehmens Infra-Test. Sie kommen im Baustoffbereich zum Einsatz.

Foto: Infra-Test

Der Prüfgerätehersteller Infra-Test profitiert von der starken Baukonjunktur und weitet sein internationales Engagement aus. "Wir sind an der Kapazitätsgrenze", sagt Geschäftsführer Matthias Martus. Nachdem 2018 das beste Jahr der Firmengeschichte gewesen sei, lege man in diesem Jahr noch einmal um 20 Prozent beim Umsatz zu. Genaue Zahlen nennt Martus nicht.

Gut ausgelastet bis Mitte 2020

Die hohe Nachfrage nach den Prüfgeräten für Asphalt, Beton, Zement und Boden beschert Infra-Test prall gefüllte Auftragsbücher. "Wir sind bis zum ersten Halbjahr 2020 ausgelastet", sagt Martus. Die Geräte der Botenheimer kommen beispielsweise beim Ausbau der A6 zum Einsatz oder bei der Sanierung von Autobahnbrücken. Mit ihrer Hilfe können die Materialien auf zahlreiche Eigenschaften wie Festigkeit, Temperaturverhalten oder Verdichtbarkeit untersucht werden.

Deutschland ist weiterhin der größte Markt für Infra-Test. Dank der Zukäufe zweier Unternehmen in Thüringen und Sachsen haben die Brackenheimer ihren Wirkungskreis und ihr Portfolio zuletzt vergrößert. Heute bietet der Mittelständler mehr als 700 verschiedene Prüfgeräte an.

Russland ist der zweitwichtigste Markt

Das Ausland gewinnt für den Weltmarktführer immer mehr an Bedeutung. Mit sieben eigenen Vertriebsgesellschaften ist Infra-Test in den wichtigsten globalen Märkten präsent, zuletzt kam eine Niederlassung in Indien hinzu. Russland hat sich zum zweitwichtigsten Markt entwickelt, "trotz der schwierigen politischen Lage", wie Martus betont. In den vergangenen vier Jahren habe man den Umsatz in Russland stets verdoppeln können.

Von einer konjunkturellen Eintrübung oder einer nachlassenden Kundennachfrage spürt der Geschäftsführer nichts. "Wir laufen immer gegen den Trend." Entsprechend optimistisch ist Martus, dass auch das nächste Jahr ein erfolgreiches wird. "Wir profitieren von unserer breiten Aufstellung", betont er. Infra-Test liefert seine Prüfgeräte an Kunden in 100 Ländern. "Made in Germany ist international immer noch ein wichtiges Qualitätssiegel", sagt Martus.

Belegschaft wächst kontinuierlich

Das enorme Wachstumstempo macht sich auch in der Belegschaft bemerkbar. In Brackenheim sind mittlerweile rund 65 Mitarbeiter beschäftigt, davon 17 Entwicklungsingenieure. Dazu kommen noch etwa 30 Mitarbeiter bei den Töchtern Geomation in Wilsdruf (Sachsen) und Franz Wohl & Partner in Schalkau (Thüringen). Entwickelt sich das Unternehmen weiterhin so erfolgreich, können sich Martus und sein Geschäftsführerkollege Erich Frommel perspektivisch auch einen Neubau im benachbarten Industriegebiet vorstellen, das demnächst erschlossen wird. Martus: "Wir haben uns schon Flächen reserviert."


Jürgen Paul

Jürgen Paul

Stv. Leiter Politikredaktion

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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