Olymp bleibt bei seiner Strategie der "Fokussierung"

Bietigheim-Bissingen  Der Hemdenhersteller Olymp will auch weiterhin weder zukaufen noch sein Spektrum erweitern. Der Grund? Das Textilunternehmen aus Bietigheim-Bissingen möchte sich "nicht verzetteln".

Von Heiko Fritze

Olymp bleibt bei seiner Strategie

Businesshemden machen nur noch einen Teil des Olymp- Umsatzes aus.

Foto: Archiv/Fritze

 

Mark Bezner hat sich festgelegt: "Wir bleiben bei unserer Philosophie der Fokussierung", sagt der Geschäftsführer des Textilherstellers Olymp. Und das heißt: Das Familienunternehmen wird weiter vor allem Herrenhemden herstellen. In verschiedenen Preisklassen, für verschiedene Anlässe, klassisch und mit gewagten Mustern. Hinzu Krawatten − auch wenn der Absatz zurückgeht − sowie Strickwaren.

Aber Zukäufe von anderen Textilfirmen? Eine Damenkollektion? "Wir wollen uns nicht verzetteln", sagt Mark Bezner. "Mit unseren Produkten haben wir noch genug Potenzial. Das muss erst einmal realisiert werden."

Dabei laufen die Geschäfte gut beim Unternehmen aus Bietigheim-Bissingen: Der Umsatz legte im abgelaufenen Jahr um 3,1 Prozent auf 266 Millionen Euro zu, der Strickwarenhersteller März steuerte weitere 29,9 Millionen Euro (plus 5,7 Prozent) bei.

Und das trotz eines schwierigen Jahres für die deutsche Textilbranche, wie Bezner betont: Den stationären Händlern, sprich den Geschäften in Innenstädten und Shoppingcentern, macht die Konkurrenz durch den Onlinehandel mehr und mehr zu schaffen. Und alle litten unter dem langen Sommer − Herbstware lief schlechter als erhofft. Kurzum: In Deutschland hat Olymp den Umsatz nur gehalten, während der Exportanteil von 35 auf 37 Prozent wuchs.

Neue Standorte in Südostasien eröffnet

Nun streckt Mark Bezner die Fühler nach Südostasien aus. Seit Jahrzehnten befinden sich dort die Haupt-Produktionspartner von Olymp, seit 2017 gibt es aber auch Verkaufsstellen in Thailand. Alleine 2018 kamen sieben neue Standorte in und um Bangkok hinzu, und das Netz soll angesichts guter Verkaufszahlen erweitert werden, kündigt der Geschäftsführer an.

Dabei gehe der Blick auch über die Landesgrenzen hinaus: Selbst in China, von wo sich Olymp nach einem ersten Anlauf wieder zurückgezogen hat, liefen Sondierungsgespräche. Ebenso in den USA, wo erst voriges Jahr ein Markenstreit mit dem Olympischen Komitee beigelegt worden ist. Ob und wann die Bietigheimer aber den US-Markt betreten, sei noch nicht entschieden, erklärte Bezner. "Fest steht nur: Wenn wir es tun, dann auf eigens Risiko und vorerst nicht mit eigenen Läden."

Der Onlinehandel macht nur etwa zehn Prozent des Umsatzes aus. Auf der anderen Seite gibt es 63 eigene Läden, davon drei in Österreich, die anderen in Deutschland. Neue Standorte seien unter anderem in Köln und an weiteren Flughäfen neben Frankfurt geplant. Eilig hat es der Geschäftsführer damit aber nicht − angesichts des kriselnden Einzelhandels hofft er auf sinkende Mieten für Ladengeschäfte.

Am Stammsitz wird vorerst nicht investiert

So sieht der geschäftsführende Gesellschafter das Unternehmen gut gerüstet für die nächsten Jahre. Vorerst wird nicht in Erweiterungen am Stammsitz investiert, wo knapp 500 der etwa 890 Beschäftigten arbeiten, sondern in neue Warenwirtschafts-Software. "Die nächsten beiden Jahre werden sicher nicht einfach", meint er. "Wir sind aber optimistisch, dass wir unsere Marktposition ausbauen werden."