Mann & Schröder wächst weiter

Siegelsbach  Der Kosmetikhersteller macht bei seinen Erweiterungen gute Fortschritte. Investitionen von über 20 Millionen Euro sollen die Produktionskapazität in Zukunft verdoppeln.

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Mann & Schröder wächst weiter
Frauen sind bei Mann & Schröder in der Mehrheit, viele arbeiten auch im Labor. Dort werden Körperpflege-Produkte entwickelt und auf ihre Qualität geprüft. Foto: Mann & Schröder

Beim Siegelsbacher Körperpflege-Hersteller Mann & Schröder ist das vergangene Jahr gut gelaufen: Der Umsatz ist nach ersten Berechnungen um etwa vier Prozent auf rund 160 Millionen Euro gestiegen. Das berichtet die geschäftsführende Gesellschafterin Christine Steger.

Neue Investitionen - beinahe Verdopplung der Produktionskapazität

Angesichts des anhaltenden Wachstums investiert das Familienunternehmen, das inzwischen in der dritten Generation geführt wird, derzeit massiv am Stammsitz Siegelsbach und im benachbarten Hüffenhardt: Für mehr als 20 Millionen Euro entstehen unter anderem eine neue Produktionshalle und eine neue Werkseinfahrt. Vor wenigen Wochen bezogen wurde das neue Labor, für das eine weitere Halle in Hüffenhardt aufgestockt wurde. Dort wurden Qualitätskontrolle und Entwicklung vereint und mit modernen Geräten ausgestattet, so dass ein Forschungs- und Entwicklungszentrum entstanden ist.

Mann & Schröder wächst weiter
In Siegelsbach werden Nagellackentferner, Shampoos, Seifen und Duschgels, produziert. In Hüffenhardt sind es Emulsionen, Crèmes und Mundspülungen. Foto: Mann & Schröder

Glaube an den Standort

Bei der neuen Halle auf dem Gelände steht der Rohbau inzwischen kurz vor der Fertigstellung, berichtet der technische Leiter Matthias Wörner. Die Installation der Produktionsanlagen werde aber noch einige Zeit dauern − mit der Inbetriebnahme werde erst in der ersten Hälfte des kommenden Jahres gerechnet.

In Hüffenhardt werde dadurch die Produktionskapazität nahezu verdoppelt von derzeit zwei Millionen auf etwa 3,8 Millionen Abfüllungen pro Tag. "Das ist für uns ein gewaltiges Bekenntnis zum Standort", sagt Christine Steger. "Wir glauben an Deutschland und die Region − und wir bleiben hier." Darin seien sich die Gesellschafter einig.

In Siegelsbach werden derzeit Nagellackentferner und Tenside, also Shampoos, Seifen und Duschgels, produziert, in Hüffenhardt sind es Emulsionen und Crèmes sowie Mundspülungen. Dass nun so massiv investiert werde, begründet Christine Steger so: "Wir sind an unseren Kapazitätsgrenzen angekommen." Daher sei Anfang vergangenen Jahres auch eine Halle in Gundelsheim angemietet worden, in der nun die eigenen Markenartikel vor dem Versand an die Kunden zwischengelagert werden. Dadurch hätten immerhin einige Büro-Arbeitsplätze in Siegelsbach geschaffen werden können. Mittlerweile ist die Belegschaft im Kraichgau auf 750 Männer und Frauen angewachsen. Büros gibt es zudem in Mannheim und in der Schweiz.

"Made in Germany" ist in China immer noch ein Vorteil

Das größte Wachstumspotenzial sieht die Geschäftsführerin derzeit in Schwellenländern und aufstrebenden Märkten wie Nahost, Südostasien und Russland. "Made in Germany ist gerade in China immer noch ein Vorteil", berichtet sie. Bereits während der Trockenmilch-Krise habe auch Mann & Schröder stark von der Nachfrage nach deutschen Drogerieartikeln profitiert. Inzwischen werden Produkte aus Siegelsbach in mehr als 60 Länder exportiert.

Trotz der Lage abseits der großen Ballungsräume − Fachkräftemangel spürt Mann & Schröder nicht in allen Bereichen. Und vor allem Frauen bewerben sich auf offene Stellen, so dass inzwischen die Mehrheit der Belegschaft weiblich ist. Die Geschäftsführerin hat dafür eine einfache Erklärung: "Beauty zieht eben."

 

Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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