Lidl eröffnet in Frankfurt Metropol-Filiale

Neckarsulm  Hölzerne Dachträger und breite Gänge: In Frankfurt eröffnete diese Woche ein Geschäft mit einer Verkaufsfläche von über 1800 Quadratmetern. Lidl macht den nächsten Schritt in die Innenstadt.

Lidl macht den nächsten Schritt in die Innenstadt: Nachdem das Handelsunternehmen kürzlich im Zentrum von München eine Mini-Filiale mit rund 500 Quadratmetern Verkaufsfläche eröffnet hatte - Läden dieser Größenordnung standen noch vor wenigen Jahren als zu klein auf der Schließungsliste - klotzen die Neckarsulmer jetzt in Frankfurt. Dort eröffnete diese Woche eine Metropol-Filiale, die zugleich ein neuer Prototyp ist. Sie verfügt über 1800 Quadratmeter. Das sind mehr als in der Mega-Filiale in der Neckarsulmer Straße in Heilbronn.

Trotzdem kommt das Gebäude mit einem vergleichsweise kleinen Grundstück aus: Verkaufsraum, Lager und Sozialräume für die rund 45 Beschäftigten schweben dort über dem ebenerdigen Parkplatz mit mehr als 100 Stellflächen. Ins erste Obergeschoss führt eine Rollsteige, damit sich der Höhenunterschied auch mit vollgepacktem Einkaufswagen gut überwinden lässt.

Darüber könnten weitere Geschosse für Arztpraxen, Büros oder Wohnungen gebaut werden

Vom Prinzip her erinnert die Struktur des Gebäudes an die Ilsfelder Kaufland-Filiale, die mit 3200 Quadratmetern Verkaufsfläche allerdings doppelt so groß ist. Denkbar ist auch, dass in teuren Innenstadtlagen weitere Geschosse für Arztpraxen, Büros oder Wohnungen gebaut werden könnten.

Auch interessant: Kaufland eröffnete im April 2017 in Ilsfeld eine Filiale im neuen Design  

In Frankfurt haben die Neckarsulmer die Dachfläche für eine Photovoltaikanlage genutzt, die im Jahr rund 85.000 Kilowattstanden CO2-neutralen Strom produzieren soll und unter anderem die Ladesäule für Elektroautos mit Strom versorgt.

Im Inneren schaffen hölzerne Dachträger, wie sie erstmals in der Offenauer Filiale eingesetzt worden waren, ein warmes Ambiente. Breite Gänge sorgen dafür, dass die Filiale trotz der niedrigeren Höhe im Vergleich zum Standard-Typ großzügig wirkt. In der Technik setzen die Neckarsulmer auf Bewährtes: So wird das Gebäude mit einer Wärmepumpe klimatisiert, die die Abwärme der Kühltheken verwendet. LED-Lampen und bedarfsgesteuertes Licht sparen im Vergleich zur herkömmlichen Technik nach Firmenangaben bis zu 25.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr ein.

"Antwort auf die Bedürfnisse der Kunden in den Metropolen"

"Die Metropolfiliale vereint die Vorteile einer freistehenden Filiale mit der platzsparenden Bauweise, die in besonders dicht bebauten Gebieten notwendig ist", sagt Alexander Thurn, der in der Geschäftsleitung von Lidl Deutschland das Immobilienthema verantwortet. Für ihn ist das Konzept die Antwort "auf die Bedürfnisse unserer Kunden in den Metropolen". Sowohl für den kleinen Einkauf zu Fuß als auch für den Wocheneinkauf mit dem Auto sei der Filialtyp geeignet.

 


Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

Kommentar hinzufügen