Lidl-Vorstand Luncer wird Chef von Real

Luxemburg/Neckarsulm  Bei der soeben verkauften Handelskette Real werden die Führungsposten neu besetzt. Nachdem schon der neue Eigentümer mit einem Ex-Manager der Schwarz-Gruppe besetzt ist, taucht nun ein weiterer Name aus Neckarsulmer Kreisen auf.

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Der bisherige Lidl-Vorstand Bojan Luncer wechselt das Unternehmen: Der gebürtige Kroate mit österreichischem Pass wird neuer Leiter der Handelskette Real, die vor wenigen Wochen von der Metro AG an das Konsortium um den russischen Investor SCP verkauft worden ist. Das teilte SCP Retail Investments jetzt mit. Der Wechsel trete in Kraft, sobald die Transaktion abgeschlossen ist - unter anderem müssen diverse Kartellbehörden noch zustimmen.

Seit 2013 im Lidl-Vorstand

Luncer gehört seit Februar 2013 dem Vorstand des Neckarsulmer Discounters Lidl an. Zur Schwarz-Gruppe war er 2002 gekommen als Geschäftsführer für Lidl in Kroatien. Als Vorstand war er anfangs in einem achtköpfigen Gremium unter anderem zusammen mit Patrick Kaudewitz für die Betreuung der nichtdeutschen Landesgesellschaften zuständig. Mittlerweile ist Kaudewitz, der dann von 2015 bis 2019 Kaufland leitete, Vorsitzender des Verwaltungsrates bei SCP Retail Investments.

Zwei weitere neue Real-Manager

Das neue Real-Management komplettieren Michael Dorn als Finanz- und Restrukturierungschef und Oliver Mans als Leiter Ware und Supply, der zuvor bei Rewe Bereichsvorstand Handel war. Luncer wird in der neuen Geschäftsführung unter anderem alle Vertriebsaktivitäten verantworten.

"In unserem künftigen Managementteam für Real vereinen wir langjährige Führungserfahrung mit profunder Expertise im Handel sowie für komplexe Transformationsprozesse", sagte Patrick Kaudewitz, Vorsitzender des Verwaltungsrats von SCP Retail Investments. Bis zum Abschluss der Transaktion werde die Führung des Unternehmens weiterhin beim derzeitigen Real-Management liegen.

Sieben der 276 Märkte werden geschlossen

Die Metro AG und die russische SCP Group hatten am 18. Februar bekanntgegeben, dass die SCP Retail Investments Real vollständig übernehmen wird. Nach Abschluss der Transaktion wird die SCP Retail Investments alleiniger Eigentümer des stationären Real-Geschäftes, des Digitalgeschäfts inklusive des Online-Marktplatzes real.de, von 80 Immobilien sowie aller zu Real zugehörigen Gesellschaften. SCP Retail Investments werde für die Steuerung aller Geschäftsbereiche von Real verantwortlich sein und gemeinsam mit ihrem strategischen Partner, der X+Bricks Group, in einem Joint Venture die Neupositionierung des Immobilienportfolios betreuen und individuelle tragfähige Konzepte für die Real-Standorte entwickeln.

Zuletzt wurde bereits die Schließung von sieben der 276 Real-Märkte verkündet. Erwartet wird nun, dass Verhandlungen über den Verkauf weiterer Standorte starten. Unter anderem ist schon seit einem Jahr bekannt, dass Kaufland mehr als 100 Real-Standorte übernehmen möchte. Zu den weiteren Interessenten zählen unter anderem Edeka und Tegut.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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