Kreissparkasse bietet Hilfe für Existenzgründer

Heilbronn  Seit zehn Jahren betreibt die Kreissparkasse ein Center für Menschen, die sich selbstständig machen wollen. Rund 300 Gründungsanfragen erhalten die Experten pro Jahr.

Von Jürgen Paul

Hilfe für Existenzgründer
Bei der Beratung geht es auch darum, Menschen vor Existenzvernichtung zu schützen.

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Wer sich vor 2008 selbstständig machen wollte und Expertenrat suchte, war bei der Kreissparkasse Heilbronn (KSK) nicht immer in besten Händen. "Damals haben die Gewerbekundenbetreuer das Thema Existenzgründung nebenbei mitbetreut - mehr schlecht als recht", erinnert sich Günter Gosolits.

Das änderte sich im Juli 2008, als die Kreissparkasse diesen Bereich in einem Existenzgründungs-Center in der Heilbronner Zentrale bündelte. "Das war ein mutiger Schritt damals. Wir haben bei Null angefangen", berichtet Gosolits, der die KSK-Abteilung "Freie Berufe und Existenzgründer" leitet.

Kompetenzen in Sachen Existenzgründung gebündelt

Zehn Jahre später fällt das Fazit eindeutig positiv aus: "Das Konzept, diese Kompetenzen in einem Center zu bündeln, hat sich bewährt", sagt Matthias Solm, Regionaldirektor Firmen- und Gewerbekunden Heilbronn. So hat das Existenzgründungs-Center seit Juli 2008 rund 750 Unternehmen bei der Gründung begleitet.

Dabei geht es nicht nur um die Gründungsfinanzierung, wie Günter Gosolits betont. "Eine wichtige Aufgabe für uns ist es, Menschen davor zu schützen, Existenzvernichtung zu betreiben." Denn unter den durchschnittlich 300 Gründungsanfragen, mit denen sich Gosolits und sein sechsköpfiges Team jedes Jahr auseinandersetzen, sind stets auch Luftschlösser.

"Wenn es dann um Business-Pläne und Finanzierungsfragen geht, sagen viele: So kompliziert habe ich mir das nicht vorgestellt", berichtet Matthias Solm. Solchen Kandidaten legen die Banker ans Herz, auf die Selbstständigkeit zu verzichten. "Wir erwarten eine gewisse Vorbereitung und Ernsthaftigkeit", sagt Gosolits.

Die Person des Gründers ist entscheidend

Besonderen Wert legen die Berater auf die Person des Gründers. Hat er die richtige Strategie? Verfügt er über die nötige Fachkompetenz? "Oft fehlt es am kaufmännischen Grundwissen", weiß Gosolits. Die finanziellen Fragen sind eher zweitrangig, auch wenn ein gewisses Eigenkapital mitgebracht werden sollte. Sind die Banker vom Business-Plan und der Kompetenz des Gründers überzeugt, wird geprüft, welche Fördermittel der KfW oder der L-Bank in Frage kommen.

Ist die Unternehmensgründung geglückt, ziehen sich die Kreissparkassen-Berater aber noch nicht zurück. "Wir betreuen die Firmen in der Regel zwischen drei und fünf Jahren", sagt Gosolits. Denn die meisten Gründungen scheitern im dritten Jahr, weil dann häufig Vorauszahlungen an das Finanzamt für Liquiditätsengpässe sorgen. "Das versuchen wir zu vermeiden, indem wir möglichst früh finanzielle Puffer aufbauen", erläutert der Banker.

Die Bilanz des KSK-Existenzgründungs-Centers nach zehn Jahren kann sich sehen lassen. Von den jährlich rund 300 Anfragen, die alle persönlich besprochen werden, führt knapp jede dritte zu einer Existenzgründung. Von den gegründeten Firmen, die sich häufig im Handwerk oder im Dienstleistungssektor tummeln, überleben dann etwa 80 Prozent die Startphase. "Das ist eine sehr gute Quote", betont Gosolits und verweist auf die KfW-Statistik, wonach die Hälfte der Existenzgründungen das fünfte Jahr nicht erlebt.

Es sind bekannte Namen unter den Gründern

Ist die Arbeit des Existenzgründungs-Teams getan, werden die Unternehmen an die zuständigen Firmenkundenberater der Kreissparkasse Heilbronn übergeben. Es sind einige bekannte Namen dabei, wie die Banker durchblicken lassen.

 


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