Kommentar: Neue Richtung bei Audi

Neckarsulm  Mit dem Abschluss der Zukunftsvereinbarung sind bei Audi längst nicht alle Probleme gelöst.

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Die Einschnitte sind tief. Und auch wenn der Personalabbau bislang nur eine Absichtserklärung ist: Der - sozialverträgliche - Abbau von bis zu 9500 Stellen geht an die Substanz. Am Ende des Prozesses wird Audi ein anderes Unternehmen sein. Auch diejenigen, die bleiben, müssen sich auf große Veränderungen einstellen.

Wie genau die neue Audi aussehen wird, ist auch mit der Vereinbarung nur schemenhaft absehbar. Aber immerhin steht jetzt die neue Richtung fest, in die sich das Unternehmen bewegen soll, nachdem sich das Unternehmen seit dem Bekanntwerden des Dieselskandals 2015 vor allem mit sich selbst beschäftigt hat. Herausforderungen gibt es schließlich genug: technologische und durch den sich schnell verändernden Markt.

Dass die aktuellen Neckarsulmer Modelle deutlich weniger Abnehmer finden als erwartet und das Werk deswegen dramatisch schlecht ausgelastet ist, ändert sich durch die Zukunftsvereinbarung allerdings nicht. Besserung ist vor 2023/24 nicht in Sicht, wenn die nächste Generation des Audi A4 nach Neckarsulm kommt. Werkleiter und Betriebsrat werden deswegen viel Kreativität brauchen, um den Standort sicher durch die weiteren mageren Jahre zu steuern. Ihnen wird die Arbeit nicht ausgehen.


Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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