Keine Sicherung für den Knorr-Standort Heilbronn

Heilbronn  Die Verhandlungen über die Zukunft des Heilbronner Unilever-Standorts in der Knorr-Straße sind gescheitert. Es gibt keine Standortsicherung.

Von Manfred Stockburger
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Die Verhandlungen über die Zukunft des Heilbronner Unilever-Standorts in der Knorr-Straße sind am späten Montagabend gescheitert. Es gibt keine Standortsicherung. Damit gelten rückwirkend zum 1. November die Regelungen eines nach wie vor gültigen Ergänzungstarifvertrags aus dem Jahr 1992.

Nur beim Sozialplan für die von der Schließung des Entwicklungszentrums betroffenen Mitarbeiter hat es eine Einigung gegeben. Hier hatten sich Unternehmen und Arbeitnehmervertreter vergangene Woche auf Eckpunkte verständigt.

Die Zeit drängt: Schließlich soll das neue Entwicklungszentrum in Holland bereits im Frühjahr 2019 seine Arbeit aufnehmen. Wie berichtet, sind rund 220 Mitarbeiter von der Verlagerung betroffen. Die Kompetenz der Heilbronner Entwickler für Rezepturen von Trockennahrungsmittel galt im Jahr 2000 als ein Hauptgrund für das Interesse des Unilever-Konzerns an der damaligen Knorr-Mutter Bestfoods.

Investitionen 

Parallel wurde aber – zumindest indirekt – über die Zukunft des gesamten Standorts verhandelt. Neben der Entwicklungsabteilung gibt es in Heilbronn das Produktionswerk, ein Logistikzentrum und die Großverbrauchersparte Foodsolutions. Wie es mit diesen Bereichen weitergeht, hängt einerseits von Investitionen in zukunftsträchtige Technologien ab, von der Ausrichtung des Geschäfts mit Großkunden und auf der anderen Seite von finanziellen Zugeständnissen der Beschäftigten. 

Hier habe es zuletzt in verschiedenen Bereichen noch „kontroverse Auffassungen“ gegeben, wie die zuständige Gewerkschaft NGG in einem Flugblatt schrieb. Demnach hat das Unternehmen aber schriftlich zugesichert, dass rückwirkend zum 1. November die Regelungen eines nach wie vor gültigen Ergänzungstarifvertrags aus dem Jahr 1992 wieder in Kraft treten, falls keine Einigung erzielt werden kann. Dieser Fall ist nun eingetreten.


Forderungen

Die Arbeitnehmer fordern neben materiellen Verbesserungen für die Arbeitnehmer auch konkrete Zusagen für Investitionen, die über die Instandhaltung hinausgehen, feste Zusagen für die Auslastung der Produktion am Standort und eine Festlegung, dass das Logistikzentrum nicht an einen externen Dienstleister vergeben wird. Die „äußerst schwierigen“ Verhandlungen, so NGG-Geschäftsführer Burkhard Siewert, dauerten am Montag bis in den Abend. 

 

 

 

 

 


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