Kaufland wird 50

Region  Im Januar 1968 eröffnete das Handelsunternehmen mit dem Backnanger Handelshof seine erste Filiale. Damit legte das Unternehmen den Grundstein für die rasante Entwicklung zu einem der größten Einzelhändler der Welt.

Von Manfred Stockburger
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Eröffnung des ersten Kaufland in Backnang im Jahre 1968. Fotos: Kaufland

Für die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe ist der 29. Januar 1968 das wohl wichtigste Datum der Unternehmensgeschichte. An diesem Tag eröffnete der damals unbedeutende Heilbronner Lebensmittelgroßhändler Lidl & Schwarz sein erstes Einzelhandelsgeschäft: den Handelshof in Backnang.

Damit setzt das Unternehmen den Grundstein für die rasante Entwicklung zum viertgrößten Einzelhändler der Welt mit einem Umsatz von zuletzt mehr als 90 Milliarden Euro. Mit eingerechnet sind hier die Umsätze des im Jahr 1973 gegründeten und heute deutlich größeren Schwesterunternehmens Lidl. Die Basis für den Erfolg der Gruppe aber legte die Großflächensparte – den Namen Handelshof haben die Neckarsulmer mittlerweile aufgegeben und durch Kaufland ersetzt.

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Von einer Filiale in Deutschland auf über 1270 in Europa – das war eine spannende und erfolgreiche Entwicklung“, sagt Kaufland-Vorstandschef Patrick Kaudewitz. „Im Ursprung sind wir ein schwäbisches Familienunternehmen. Heute zählen wir zu den wichtigsten Einzelhändlern im europäischen Markt.“ Kaufland betreibt momentan in sieben Ländern mehr als 1270 Filialen, beschäftigt 148 000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2016/17 einen Umsatz von 21,6 Milliarden Euro.

Vor 1968 war Lidl & Schwarz alleine auf den lokalen Großhandel ausgerichtet. Das Unternehmen belieferte Dutzende Tante-Emma-Läden in Heilbronn und im Umland. Mit der strategischen Entscheidung, selbst in den Einzelhandel einzusteigen, griffen Josef Schwarz und sein Sohn Dieter damals den Trend im Handel zur Selbstbedienung auf.

1000 Quadratmeter

Die erste Filiale war mit einer Verkaufsfläche von 1000 Quadratmetern für damalige Verhältnisse außerordentlich groß. Ausdrücklich warb das Unternehmen damit, dass Privatkunden „auch ohne Ausweis und ohne Beziehungen“ zu Großhandelsbedingungen einkaufen könnten. In Backnang – also weit genug weg von den angestammten Einzelhandelskunden im Heilbronner Land und im Umkreis von Schwäbisch Hall, wo das Unternehmen eine Filiale des Großhandelsbetriebs aufgebaut hatte. Erst 1984, mit der Eröffnung des großen Kaufland-Markts in der Neckarsulmer Rötelstraße, wurde die Schwarz-Gruppe auch in der Heimatregion zum Einzelhändler. 2002 gab die Gruppe das Großhandelsgeschäft schließlich auf. 

Kaufland eröffnete kontinuierlich neue Filialen, vor allem in Süddeutschland. Während Lidl sich mit den kleineren Märkten in den 1990er Jahren schon um die Expansion im europäischen Ausland kümmerte, konzentriere sich die Großflächensparte nach dem Fall der Mauer auf die neuen Bundesländer: Im September 1990 hatte Kaufland bundesweit 51 Filialen, im April 1993 waren es mit dem Standort in Berlin-Prenzlauer Berg schon 100.

Mit dem Markteintritt in Tschechien begann 1998 auch bei Kaufland die internationale Expansion. Im Dezember 2010 feierte das Unternehmen mit der Eröffnung in Berlin-Lichterfelde die 1000. Filiale in Europa. Heute sind es 1276 Verkaufsstätten.

Australien im Blick

Ein Selbstläufer ist der Lebensmittelhandel in großen SB-Warenhäusern inzwischen nicht mehr, aber auch für die nächsten Jahrzehnte hat Kaufland große Pläne. „Unser Markenversprechen ist seit 50 Jahren so einfach wie relevant“, sagt Kaudewitz. „Wir bieten unseren Kunden den perfekten Wocheneinkauf und damit mehr Lebensqualität“, erklärt er sein Rezept. „Dieses Versprechen gilt auch in Zukunft.“

Den Ausflug ins Liefergeschäft beendete Kaufland zu Weihnachten 2017 zwar abrupt, am Markteintritt in Australien und auch in der Republik Moldau hält das Unternehmen weiterhin fest. In Australien hat Kaufland schon mehrere Standorte erworben und sucht derzeit nach Mitarbeitern.

 

 

 
 

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