Kartellstrafe gegen Baywa und ZG Raiffeisen

Region  Mehrere Agrargroßhändler sollen sich jahrelang über die Preise für Pflanzenschutzmittel abgesprochen haben. Daher hat das Bundeskartellamt jetzt hohe Geldbußen verhängt - auch gegen Unternehmen, die in der Region aktiv sind.

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Das Bundeskartellamt hat Bußgelder in einer Gesamthöhe von 154,6 Millionen Euro gegen sieben Großhändler von Pflanzenschutzmitteln wegen Preisabsprachen verhängt. Seit 1998 bis März 2015 seien jeweils im Frühjahr und Herbst die Preislisten für Pflanzenschutzmittel miteinander abgestimmt worden.

Betroffen sind unter anderen die Baywa AG und die ZG Raiffeisen eG mit Sitz in Karlsruhe. Gegen zwei weitere Unternehmen wird noch ermittelt. Die Verfahren gegen drei weitere Unternehmen und zwei Verbände wurden eingestellt, teilte die Behörde mit.

Der Agragroßhändler Baywa betreibt mehrere Standorte im Landkreis Heilbronn. Die ZG Raiffeisen ist in Baden aktiv und hat unter anderem Niederlassungen in Mosbach, Haßmersheim und Krautheim.

ZG Raiffeisen erhebt Einspruch

Während Baywa sich bereits vorab mit dem Kartellamt auf ein Bußgeld von 68,6 Millionen Euro einigte, um langjährige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden, kündigte die ZG Raiffeisen wenige Stunden nach der Verhängung am Montag an, gegen diesen Bußgeldbescheid Einspruch einzulegen, da sie eine andere Rechtsauffassung als das Bundeskartellamt vertrete. Über den Betrag, den die ZG Raiffeisen zahlen sollte, gab es daher keine Angaben.

"Sie würde aber in keiner Weise die Stabilität des Unternehmens gefährden", sagte eine Sprecherin. Der Fall gehe nun in ein Zwischenverfahren, ohne zunächst vor Gericht verhandelt zu werden. "Wir gehen davon aus, dass wir dadurch in ein paar Monaten zu einem Abschluss kommen", hieß es weiter.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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