Intersport muss sich neu ausrichten

Heilbronn/München  Wegen schwieriger Wetterverhältnisse und einer schwachen Fußball-WM verzeichnet Intersport einen leichten Umsatzrückgang im Jahr 2018. Der Fachhandelsverbund will zur größten Sportplattform Europas werden – dazu muss er sich neu ausrichten.

Von Jürgen Paul

Holpriges Jahr für Intersport
Vorstandschef Alexander von Preen erläuterte die Neuausrichtung von Intersport.  

Nach einem durchwachsenen Jahr treibt Intersport seine Neuausrichtung voran. Wie Vorstandschef Alexander von Preen am Sonntag auf der internationalen Sportartikelmesse Ispo in München erläuterte, will der Sportfachhandelsverbund zur größten Sportplattform in Europa werden. Dazu will die Intersport-Zentrale in Heilbronn künftig für Mitglieder und Kunden als übergreifende Plattform auftreten, die deutlich mehr Service bietet.

"Wir verfügen mit über 1100 Händlern und mehr als 1800 Anschlusshäusern im Fünf-Länder-Verbund bereits heute über starke regionale Netzwerke", sagte von Preen. Diese wolle man in Zukunft noch intelligenter miteinander verbinden. Ziel sei es, "an jedem Kontaktpunkt zum Sport genau das richtige Angebot für unsere Kunden zu haben", erläutert der Intersport-Chef.

Mehr Service für Kunden und Händler

Wie das aussehen könnte, skizzierte von Preen bereits im Vorfeld der Messe. So soll der Kunde künftig die Möglichkeit haben, bei seinem Intersport-Händler nicht nur Ski und Skischuhe zu kaufen, sondern auch gleich das Hotel, die Anreise, den Skikurs und die Versicherung zu buchen. Um diesen "Full Service" bieten zu können, ist Intersport auf der Suche nach geeigneten Kooperationspartnern.

Als leistungsstarke Sportplattform und Nummer eins im Flächengeschäft will Intersport fortan "auf Augenhöhe" mit der Sportartikelindustrie zusammenarbeiten. Den eigenen Anspruch formuliert Vorstand Mathias Boenke so: "Bestes Sortiment, beste Beratung, beste Digitalerfahrungen sowie besten Service" für die Kunden.

Die Umsätze gingen zurück 

Holpriges Jahr für Intersport

Intersport ist für seine Sportkleidung bekannt. Doch nun will der Fachhandelsverbund zur größten Sportplattform Europas werden.

Foto: Archiv/Veigel

 

Die Neuausrichtung der Genossenschaft erfolgt in einem schwierigen Branchenumfeld, wie Alexander von Preen auf der Ispo betonte. Das Jahr 2018 schloss Intersport im Fünf-Länder-Verbund mit einem Umsatz von 3,53 Milliarden Euro ab – das bedeutet ein Minus von einem Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Im mit Abstand wichtigsten Markt Deutschland mussten die mehr als 900 Händler sogar einen Rückgang um drei Prozent auf 2,85 Milliarden Euro hinnehmen. In Tschechien gab es ein Minus von sieben Prozent auf 40 Millionen Euro, in Ungarn um ein Prozent auf 20 Millionen Euro. Die 33 Geschäfte in der Slowakei schlossen mit 30 Millionen Euro auf Vorjahresniveau ab.

Österreich mit starken Umsatzzahlen

Einziger Lichtblick im vergangenen Jahr war Österreich: Dort steigerten die 291 Intersport-Geschäfte ihre Erlöse um acht Prozent auf 580 Millionen Euro.

Als Gründe für das insgesamt schwache Jahr gab von Preen den fehlenden Schnee im Januar, den langen heißen Sommer und den milden Dezember an. Und natürlich sorgte das frühe WM-Aus der Fußballnationalmannschaft in Russland dafür, dass die Nachfrage nach DFB-Trikots und -Zubehör deutlich unter den Erwartungen geblieben ist. Immerhin legten die Bereiche Bike/Funwheel und Baden/Wassersport jeweils um ordentliche neun Prozent zu.


Größte Lieferanten von Intersport

Im Rahmen der Sportartikelmesse Ispo legt Intersport stets auch seine Rangliste der größten Lieferanten vor, wo es in der Regel wenig Veränderungen gibt. So liegen weiterhin Adidas, Nike und die Amer Group mit den Marken Salomon, Atomic und Wilson auf den ersten drei Plätzen. Es folgen Asics, der Outdoor-Spezialist CMP, Lowa, Puma, Jack Wolfskin und Schöffel. Der Mulfinger Sportbekleidungshersteller Jako liegt auf Platz 28 der 60 größten Intersport-Lieferanten.