Hemdenhersteller Olymp wächst nur noch schwach

Bietigheim-Bissingen  Der Umsatz des Marktführers in Deutschland legte 2019 nur noch um ein Prozent zu. Inhaber Mark Bezner macht dafür mehrere Gründe verantwortlich. Denn die Strukturen im Einzelhandel ändern sich.

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Der Hemdenhersteller Olymp hat im vergangenen Jahr nur noch ein minimales Plus von knapp einem Prozent beim Umsatz erzielt. Foto: dpa

Das Wachstum war eher verhalten - dennoch sagt Mark Bezner: "In Anbetracht der Begleitumstände sind wir mit dem erzielten Umsatzplus mehr als zufrieden." Dabei hat der Hemdenhersteller Olymp im vergangenen Jahr nur noch ein minimales Plus von knapp einem Prozent beim Umsatz erzielt - von 266 auf 268 Millionen Euro.

Vor einem Jahr waren es noch mehr als drei Prozent gewesen, 2016 waren es sogar etwa 5,5 Prozent. Besonders gut habe sich der Umsatz in Belgien, Irland, Österreich, Skandinavien und dem Baltikum entwickelt, während es in den ehemaligen GUS-Staaten und Großbritannien Rückgänge gab. Auf den eigenen Onlinevertrieb entfielen etwa zehn Prozent des Umsatzes. Zu den aktuell 64 eigenen Läden sollen 2020 zwei bis drei hinzukommen.

Gesättigte Märkte und Blick auf den Preis

Hauptgründe für die Abschwächung des Wachstums sind nach Angaben des geschäftsführenden Gesellschafters gesättigte Märkte und hohe Preissensibilität bei den Kunden. Auch die sinkende Wertschätzung der Verbraucher gegenüber dem Produkt Mode und mehr sogenannte vertikale Vertriebskonzepte durch Handelsketten wie C&A, H&M, Zara oder S. Oliver trügen zu der Entwicklung bei.

"Die seit Jahren angespannte Marktsituation in der Textilbranche hat sich weiter zugespitzt", sagt Bezner. "Den Absatzchancen von Modeartikeln geht es buchstäblich an den Kragen." Hier habe es sich bewährt, dass Olymp neue Produkte in den Bereichen Freizeit und legere Business-Kleidung auf den Markt gebracht habe.

Erneut mehr Mitarbeiter

Auf die Entwicklung der Mitarbeiterzahl hatte das schwächere Wachstum ohnehin keine Konsequenzen: Die Belegschaft stieg bei Olymp um 32 auf 920 zum Jahresende. Mehr als 500 Beschäftigte arbeiten alleine am Stammsitz in Bietigheim-Bissingen.

Erfolgreicher hat sich der seit 2010 zur Firmengruppe gehörende Strickwarenhersteller Maerz Muenchen KG geschlagen. 2019 wurde ein Umsatz von 31,1 Millionen Euro erzielt, ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Olymp-Bezner-Gruppe verzeichnete damit einen Gesamtumsatz von 299,1 Millionen Euro.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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