Gold kann durchaus eine Alternative sein

Heilbronn  Heilbronner Hoerner Bank präsentiert größte Goldmünze Europas, um Anleger für das Edelmetall zu sensibilisieren. Der Zinsnachteil spielt heute kaum noch eine Rolle.

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Gold kann durchaus eine Alternative sein

Vorstandschef Ralf Hirschfeld (l), Vorstand Rolf Scheidt und Europas größte Goldmünze Big Phil.

Foto: Jürgen Paul

Der durch die niedrigen Zinsen verursachte Anlagenotstand treibt Sparer und Banken um. Weil es auf dem Konto praktisch keine Zinsen mehr gibt und Aktien nicht jedermanns Sache sind, rücken Investments in Edelmetalle verstärkt in den Fokus der Anleger.

Insbesondere Gold bietet hier eine interessante Alternative, finden die Experten der Hoerner Bank. "Eine Beimischung von Gold war schon immer sinnvoll", betonte Vorstand Rolf Scheidt bei einer Kundenveranstaltung in der Heilbronner Privatbank zum Thema Gold. Die Hoerner Bank empfiehlt ihren meist gut betuchten Kunden in der Regel eine Goldquote zwischen fünf und zehn Prozent. In diesen schwierigen Zeiten darf es auch etwas mehr sein, denn: "Das lange Zeit gültige Argument, Gold bringt keine Zinsen, ist heute vom Tisch", sagt Scheidt mit Blick auf die Niedrigzinsen.

Gold in der Hand halten

Für ihn ist Gold ein emotionales Thema. "Man muss es mal in der Hand gehalten haben." Diese Gelegenheit hatten die rund 70 Kunden der Hoerner Bank in dieser Woche. Über den Münchner Goldspezialisten Pro Aurum, mit dem die Heilbronner kooperieren, hat die Privatbank Big Phil in die Oststraße geholt. Dabei handelt es sich um die größte Goldmünze Europas. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Big Phil ist 1000 Unzen pures Gold und bringt mit einem Durchmesser von 37 Zentimetern 31,103 Kilogramm auf die Waage. 1,5 Millionen Euro ist die Münze aus Österreich wert, die stets streng bewacht wird, wenn sie auf Reisen geht. Weltweit gibt es nur 15 Exemplare des Wiener Philharmonikers.

Für den Normalanleger geht es natürlich auch einige Nummern kleiner. Goldbarren in unterschiedlicher Größe oder Münzen wie der Krügerrand oder der Maple Leaf sind bei Goldfans beliebt. Zu ihnen gehört der Berliner Journalist Michael Braun Alexander, der den Gästen die Vor- und Nachteile von Goldinvestments nahebrachte.

Wert von Gold bleibt 

Ein Hauptargument für das Edelmetall ist neben seiner Knappheit und Robustheit seine Wertbeständigkeit. "Historisch gesehen ist die Kaufkraft von Gold relativ gleich geblieben", berichtete der Goldexperte und mehrfache Buchautor. Egal, welche Krisen noch kommen, für Braun Alexander steht fest: "Gold wird niemals wertlos sein." Nicht umsonst genießt das Edelmetall den Ruf als sicherer Hafen und Inflationsschutz.

Braun Alexander ist ein Verfechter von Anlagen in physisches Gold, das man auch tatsächlich besitzt. Denn nur dann könne man im akuten Krisenfall - etwa bei einem Crash des Finanzsystems - auch etwas damit anfangen.

Lagerung ist aufwendig

Und damit beginnen die Nachteile. Denn Gold sicher zu lagern, ist teuer und aufwendig, aber nötig. Wer sich zu Hause keinen Tresor einbauen lassen möchte, ist auf Schließfächer angewiesen, die Gebühren kosten. Außerdem wirft Gold weder Zinsen noch Dividenden ab, und der Kurs kann stark schwanken. Deshalb gilt auch hier die alte Anlegerregel: Klumpenrisiken vermeiden und das Vermögen über verschiedene Anlageformen möglichst breit streuen. Zur Abrundung des Portfolios ist Gold jedoch eine sinnvolle Sache.

 


Jürgen Paul

Jürgen Paul

Stv. Leiter Politikredaktion

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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