Ergebnisbeteiligung bei Audi steigt wieder deutlich

Neckarsulm/Ingolstadt  Nach einem Rückgang im Vorjahr steigt die Ergebnisbeteiligung für die Tarifmitarbeiter an den deutschen Audi-Standorten wieder stark an. Auf das Niveau der Jahre vor dem Dieselskandal klettert die Prämie aber nicht.

Von Jürgen Strammer und dpa

Audi-Werk in Neckarsulm
Das Audi-Werk in Neckarsulm. Foto: Archiv/HSt

Ein Facharbeiter erhält beispielsweise 4770 Euro für das Jahr 2017, im Jahr davor waren es nur 3150 Euro. Vor dem Dieselskandal wurden in manchen Jahren mehr als 8000 Euro aufgrund einer Regelung mit dem Betriebsrat ausgeschüttet. Zusätzlich wird die Altersvorsorge der Beschäftigten aufgestockt.

Der Vorsitzende des Audi-Gesamtbetriebsrats, Peter Mosch: „Die Steigerung der Audi-Ergebnisbeteiligung ist der verdiente Lohn für ein schweres Jahr Arbeit, in dem unsere Belegschaft Audi weiter auf Erfolgskurs gehalten hat."

Beim Konkurrenten Daimler wurde übrigens für 2017 eine Ergebnisbeteiligung von bis zu 5700 Euro festgelegt.

Audi hat das Ergebnis im Jahr 2017 gesteigert

Am Donnerstag will Audi die vollständige Bilanz für das Jahr 2017 präsentieren.

Klar ist aber schon: Die VW-Tochter hat 2017 ihr Ergebnis im laufenden Geschäft leicht gesteigert. Das um Sonderkosten für die Dieselaffäre bereinigte operative Ergebnis kletterte auf rund 5,1 Milliarden Euro - nach 4,8 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, wie Volkswagen am Dienstag in Berlin mitteilte.

Für die Folgen der Abgasaffäre musste Audi noch rund 400 Millionen Euro berappen. Ein Jahr zuvor waren es noch 1,8 Milliarden Euro. Der Umsatz der Marke mit den Ringen erhöhte sich im Jahresvergleich um 0,8 Milliarden Euro auf 60,1 Milliarden Euro.

VW-Konzern hat wegen Dieselskandal weiter hohe Kosten

Der Volkswagen-Konzern hat seine Zahlen für das Jahr 2017 bereits am Dienstag vorgelegt. Die Bewältigung des Diesel-Skandals hat den VW-Konzern 2017 nur noch halb so viel Geld gekostet wie im Jahr davor, bleibt aber eine milliardenschwere Last.

Die entsprechenden Ausgaben betrugen 3,2 Milliarden Euro, heißt es in dem am Dienstag in Berlin vorgelegten Geschäftsbericht. 2016 hatte die Summe, die für Rückkäufe und Nachrüstungen manipulierter Autos sowie juristische Risiken draufging, bei 6,4 Milliarden Euro gelegen.

Ohne diesen Sondereinfluss erreichte der Gewinn im laufenden Geschäft im vorigen Jahr den Rekordwert von 17,0 Milliarden Euro. Insgesamt ist die Rechnung für die Folgen der Manipulationen an der Abgasreinigung von Millionen Dieselautos, die im September 2015 bekanntgeworden waren, inzwischen auf mehr als 25 Milliarden Euro gestiegen.

Auch Porsche hat im vergangenen Jahr zugelegt

Auch der Sportwagenbauer Porsche hat 2017 erneut mehr Autos verkauft und ein Plus bei Umsatz und Ergebnis erzielt. Die Zahl der Auslieferungen stieg im Vergleich zu 2016 um 3,6 Prozent auf 246.000, wie aus dem am Dienstag veröffentlichten Geschäftsbericht der Konzernmutter Volkswagen hervorgeht. Der Umsatz der Porsche AG, die auch Finanzdienstleistungen anbietet, stieg um 5,3 Prozent auf knapp 23,5 Milliarden Euro.

Das operative Ergebnis legte im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf 4,14 Milliarden Euro zu. Damit stieg auch die Rendite, also das, was vom Umsatz als operatives Ergebnis übrig bleibt, von 17,4 Prozent in 2016 auf nun gut 17,6 Prozent.

Nimmt man allein die Autoproduktion, legten Ergebnis und Rendite noch etwas stärker zu. Die vollständige Bilanz und den Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2018 legt die Porsche AG am Freitag vor.