Die Beton-Recycler aus Beilstein

Beilstein  Beton ist eigentlich viel zu schade, um verschwendet zu werden. Deshalb hat sich die Firma Bibko Umwelt- und Reinigungstechnik auf das Recycling des Baustoffs spezialisiert. Das Beilsteiner Familienunternehmen entwickelt und produziert Recyclingsysteme für Flüssigbeton.

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Die Beton-Recycler

Die Recyclingsysteme der Beilsteiner Firma Bibko ermöglichen die Wiederverwertung von Flüssigbeton. Im Bild sieht man die Trennung von Sand und Kies.

Foto: Bibko

"Unsere Kunden sind die Transportbetonindustrie und die Fertigteilindustrie", sagt Geschäftsführer Frank Häussermann. In den Bibko-Anlagen werden die im Restbeton befindlichen Bestandteile Sand und Kies zurückgewonnen und können wieder der Betonproduktion zugeführt werden. In den modernen Recyclingsystemen wird außerdem auch das Restwasser wiederverwendet, so dass ein geschlossener Materialkreislauf entsteht.

Die Auftragsbücher sind gut gefüllt

Die Nachfrage der Betonindustrie nach den Bibko-Systemen steigt mit dem gewachsenen Umweltbewusstsein. "Unsere Auftragsbücher sind gut gefüllt", sagt Häussermann, der Bibko als Markt- und Technologieführer in diesem Bereich sieht. Die Kunden kommen vor allen aus den entwickelten Industriestaaten, aber auch mit Schwellenländern gibt es erste Kontakte. 66 Prozent ihres Umsatzes erwirtschaften die Beilsteiner außerhalb Deutschlands. Genau Zahlen nennt der Geschäftsführer nicht, aber der Umsatz entwickele sich seit Jahren stabil. Auch die Mitarbeiterzahl von 30 Beschäftigten, davon drei Auszubildende, sei konstant und ausreichend. "So bleiben wir schnell und flexibel", sagt Häussermann.

Von konjunkturellen Schwankungen sei Bibko wegen der breiten Aufstellung kaum betroffen, betont er. Denn das vor 35 Jahren gegründete Unternehmen hat sich mittlerweile zwei weitere Standbeine zugelegt. Bibko Infratec entwickelt Recyclingsysteme für Infrastrukturabfall wie etwa Straßenkehricht, Kanalschlamm, Regenbecken- oder Bohrschlamm. Auch hier ist das Ziel die Wiederverwertung des Materials und die Verringerung der Deponiekosten. Denn dritten Geschäftsbereich bilden die Wasch- und Reinigungssysteme der Firma Platz, die Bibko 2014 in Frankenthal zugekauft und am Stammsitz Beilstein integriert hat. Diese Systeme kommen beispielsweise in der Lebensmittelindustrie, in der Landwirtschaft in der Chemieindustrie oder in Metzgereien und der Bauindustrie zum Einsatz.

Hersteller verspricht Kostenersparnis und schnelle Amortisation

Insgesamt profitiert die Bibko-Gruppe davon, dass das Thema Nachhaltigkeit in der Wirtschaft einen immer größere Bedeutung bekommt. Die Anschaffung einer Recycling-Anlage für Flüssigbeton rechne sich in mehrfacher Hinsicht, verspricht Häussermann. Bei einer produzierten Betonmenge von 100.000 Kubikmeter pro Jahr und einem Systempreis von 26.000 Euro sei eine jährliche Kostenersparnis von knapp 88.000 Euro möglich, sagt der Geschäftsführer. Und die Anlage habe sich in noch nicht einmal zwei Jahren amortisiert.

Zudem lasse sich der CO2-Fußabdruck mit den Anlagen von Bibko deutlich reduzieren Bei der zuvor genannten Betonmenge und einem durchschnittlichen Restbetonanteil von drei Prozent würden pro Jahr 200 Tonnen CO2 eingespart, sagt Häussermann. Die Materialeinsparung bei Sand und Kies liege demnach bei 5700 Tonen pro Jahr.


Jürgen Paul

Jürgen Paul

Stv. Leiter Politikredaktion

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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