Deutlich weniger Firmen aus der Region auf der Hannover Messe

Heilbronn  Sechs Unternehmen beteiligen sich an einem kleineren Gemeinschaftsstand der Wirtschaftsförderung Raum Heilbronn, während die IHK erneut auf einen Gemeinschaftsstand verzichtet. Auch allgemein ist die Beteiligung aus Heilbronn-Franken deutlich gesunken.

Email
Deutlich weniger Firmen aus der Region auf der Hannover Messe

Der Greiftechnik-Hersteller Schunk aus Lauffen ist auch dieses Jahr auf der Hannover Messe vertreten. Viele Betriebe sind aber nicht mehr dabei.

Foto: dpa

Die Hannover Messe scheint für die Unternehmen aus Heilbronn-Franken zunehmend unattraktiver zu werden. Nur noch 26 Teilnehmer aus der Region stehen auf der aktuellen Ausstellerliste für die zentrale deutsche Industriemesse, die vom 20. bis 24. April stattfindet.

Wie im Vorjahr gibt es auch diesmal keinen Gemeinschaftsstand der IHK Heilbronn-Franken. Stattdessen ist die Fördergesellschaft WFG (Wirtschaftsregion Raum Heilbronn) erneut dabei.

IHK verzichtete gleich auf eine Umfrage

Bereits im Vorjahr verzichtete die IHK Heilbronn-Franken auf eine eigene Messepräsenz, da nur wenige Unternehmen aus der Region Interesse an einer Teilnahme am Gemeinschaftsstand bekundet hatten, berichtet Kammer-Sprecher Detlef Schulz-Kuhnt. "An dieser Situation hat sich, insbesondere angesichts der aktuellen konjunkturellen Lage, auch 2020 nichts geändert."

Die Kammer habe daher gleich auf eine Abfrage, ob Unternehmen am Gemeinschaftsstand teilnehmen wollen, verzichtet. "Das muss aber keine Festlegung für die Ewigkeit sein", sagt Schulz-Kuhnt. Üblicherweise waren zwölf Firmen dabei.

WFG meldet positives Feedback

Wieder nach Hannover fährt stattdessen die WFG. Bereits im Vorjahr war sie in die Bresche gesprungen und hatte sieben Unternehmen, von denen die meisten zuvor am IHK-Stand waren, eine Teilnahme ermöglicht. "Das Feedback war extrem positiv", berichtet WFG-Geschäftsführer Patrick Dufour. Die Wirtschaftsförderer bieten freilich ein anderes Konzept - anders als traditionell bei der IHK gibt es weder einen großzügigen Empfangsbereich auf dem Stand noch Delegationsbesuche oder einen Abendempfang mit Besuch aus dem Landes-Wirtschaftsministerium.

Im Vergleich zum Vorjahr wurde der Stand auch nochmals verkleinert - waren es 2019 noch 222 Quadratmeter, so sind es diesmal für die sechs teilnehmenden Firmen 140 Quadratmeter. "Das reicht völlig", sagt Dufour. Die WFG ist dann mit eigenem Personal vor Ort, kümmert sich um das Catering und den allgemeinen Standbetrieb. Dass diesmal mit HBC auch ein Unternehmen aus Crailsheim, also weit außerhalb der WFG-Region, dabei ist, ist für Dufour in Ordnung: Je mehr Betriebe teilnehmen, desto geringer seien für jeden die Kosten. "Und ein größerer Stand fällt mehr auf."

Viele große Firmen fehlen inzwischen

Dennoch: In den vergangenen zehn Jahren hat eine Reihe wichtiger Unternehmen aus Heilbronn-Franken der Hannover Messe den Rücken gekehrt. Von den großen Betrieben, sowohl gemessen an Umsatz als auch an Beschäftigten, sind nur noch Bürkert, Schunk, Wittenstein und Ziehl-Abegg dabei. Zurückgezogen haben sich mittlerweile unter anderem EBM-Papst, an deren Stand 2010 noch Bundeskanzlerin Angela Merkel vorbeischaute, ebenso wie Weber Hydraulik, R. Stahl und Franz Binder.

Waren es 2007 noch 69 und vor zehn Jahren noch 52 Teilnehmer aus der Region, hat sich die Zahl innerhalb von zehn Jahren glatt halbiert - und das nicht nur, weil einzelne Teil-Messen nur alle zwei Jahre stattfinden oder mittlerweile ausgelagert wurden.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

Kommentar hinzufügen