Beitrag zur Artenvielfalt: Afriso beteiligt sich an Naturschutzprojekt

Güglingen  Afriso beteiligt sich als erstes Unternehmen an dem vom Land geförderten Projekt Blühender Naturpark, an dem alle Naturparke im Land teilnehmen. In Güglingen setzen sich Dietmar Gretter und Julia Meny für die biologische Artenvielfalt ein.

Von Jürgen Paul
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Blühende Natur statt englischer Rasen
Foto: Afriso

Ein akkurat gemähter, top gepflegter Rasen ohne Unkraut und sonstige vermeintliche Störenfriede − das ist die Idealvorstellung vieler Gartenbesitzer. Für Dietmar Gretter und Julia Meny sind englische Rasen dagegen ein Graus. Die beiden sind seit Monaten für den Naturpark Stromberg-Heuchelberg unterwegs. Ihre Mission: Mit blühenden Wiesen die biologische Vielfalt im Land stärken.

Denn nur dort, wo es blüht, lassen sich Insekten nieder, die wiederum Pflanzen bestäuben und dadurch für eine Vielfalt an heimischen Kulturpflanzen sorgen. Nach Angaben des Naturparks sind 80 Prozent der heimischen Kulturpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Und 35 Prozent der weltweiten Nahrungsmittelproduktion hängen von Insektenbestäubung ab.

Gemähter Rasen bietet keinen Lebensraum

Es liegt also in unser aller Interesse, mit blühenden Gärten und Wiesen Lebens- und Überwinterungsräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Wespen, Käfer und sonstige Insekten zu schaffen. "Ein gemähter Rasen muss peinlich sein", fasst Dietmar Gretter den notwendigen Bewusstseinswandel in Worte.

Blühende Natur statt englischer Rasen
Foto: Afriso

Seit 2018 läuft das vom Land geförderte Projekt Blühender Naturpark, an dem alle Naturparke im Land teilnehmen. "Die Resonanz ist sehr gut", berichtet der Geschäftsführer des Naturparks Stromberg-Heuchelberg. Von den 25 Kommunen im Naturpark beteiligen sich bereits 15. "Von den anderen zehn sind aber auch schon einige bei ähnlichen Projekten aktiv", sagt Julia Meny, deren 40-Prozent-Stelle vom Land gefördert wird. Der Beratungsbedarf der Kommunen sei größer als gedacht, sagt sie. Vor allem den Bauhöfen geben Meny und Gretter Tipps, wie sie insektenfreundliche Flächen schaffen können und diese pflegen. Besonders wichtig ist dabei, dass regionale, mehrjährige Blühpflanzen eingesät werden. In zahlreichen Kindergärten, Schulen und kommunalen Flächen funktioniert das schon gut.

Das Projekt richtet sich aber auch an Privatpersonen und Unternehmen. "Unser Motto lautet: Jede Fläche zählt", sagt Gretter. Gerade in Gewerbegebieten und auf Firmengelände eigneten sich viele Flächen zur Nutzung als Blühwiesen.

Afriso erhält "Bienenweide"-Schild

Blühende Natur statt englischer Rasen
Foto: Jürgen Paul

Als erstes Unternehmen im Naturpark hat das Güglinger Unternehmen Afriso in der vergangenen Woche das offizielle Schild "Bienenweide" erhalten. Dem Mess- und Regeltechnik-Spezialisten liegt der Umweltschutz schon immer am Herzen. Deshalb hatte die Geschäftsführung beschlossen, aus einer ungenutzten Rasenfläche neben dem Firmengebäude eine blühende Wiese für Insekten aller Art zu machen. Statt des trostlosen Rasens steht die 300 Quadratmeter große Wiese nun voll mit Sonnenblumen, Korn- und Ringelblumen. Zudem wurden mit einer Zabergäurenette und einem Boskop zwei heimische Apfelbäume und eine Duft-raute als Bienenbaum gepflanzt.

"Als wir von dem Projekt hörten, haben wir uns an den Naturpark Stromberg-Heuchelberg gewandt", berichtet Afriso-Pressesprecher Frank Altmann. Das nun verliehene Siegel signalisiert Passanten und Mitarbeitern, dass diese wilde Wiese nicht zufällig oder aus Nachlässigkeit entstanden ist, sondern mit voller Absicht. Und auf der benachbarten Wiese sorgen Bienenstöcke für den firmeneigenen Honig.

Gretter und Meny hoffen, dass andere Unternehmen aus der Region dem Beispiel von Afriso folgen. "Die Firmen könnten hier viel mehr tun", findet der Geschäftsführer. Die Entscheidung für eine blühende Wiese habe zudem handfeste Vorteile: "Man muss viel seltener mähen, das spart Zeit und Geld", sagt Gretter.


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