Bei Lidl fährt man künftig BMW

Neckarsulm  Audi verliert den langjährigen Dienstwagen-Großauftrag der Schwarz-Gruppe an den bayrischen Premium-Wettbewerber, der ein „deutlich besseres Angebot“ machte. Die Vorstände dürfen ihre Teslas behalten.

Von Manfred Stockburger

Tiefschlag für Audi: Die Neckarsulmer Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), bisher einer der größten Einzelkunden des Autoherstellers, steigt auf BMW um. Der Münchener Premium-Hersteller hat den Neckarsulmer Lidl-Nachbarn in einer Ausschreibung ausgestochen.

Die Schwarz-Gruppe ist einer der größten Betreiber von Fahrzeugflotten in Deutschland – wie viele Audis das Unternehmen bisher pro Jahr orderte, will die Schwarz-Gruppe nicht sagen. Nach Stimme-Informationen geht es aber um etwa 10.000 Fahrzeuge im Jahr.  Anders als bei Unternehmen wie Bechtle oder Würth, deren Mitarbeiter Fahrzeuge mehrerer Marken fahren, arbeitet das Handelsunternehmen mit einem Hersteller fast exklusiv zusammen. Stichtag für den Herstellerwechsel ist der 1. März.

Für das "deutlich bessere Angebot" entschieden

Als Grund für den Wechsel gibt das Unternehmen „rein wirtschaftliche Gesichtspunkte“ an: „Wir sehen uns der wirtschaftlichen Stabilität der Unternehmensgruppe verpflichtet und haben uns für ein deutlich besseres Angebot entschieden“, erklärt Carl Balcer von der Schwarz-Gruppe. Bei wirtschaftlichem Gleichstand oder einem nur geringfügig attraktiverem BMW-Paket „wäre ein Wechsel für uns nicht in Frage gekommen“.

Die bisher genutzten Audis kommen im Rahmen der festgelegten Nutzungsdauer weiterhin zum Einsatz, heißt es bei der Schwarz-Gruppe, deren weltweite Dienstwagenflotte von der Neckarsulmer Schwarz Mobility Solutions verwaltet wird. In der Regel verkauft die Schwarz-Gruppe die Dienstwagen nach etwa eineinhalb Jahren weiter. Der Spitze der Schwarz-Gruppe ist es wichtig, den Mitarbeitern „Fahrzeuge auf gleichbleibendem Niveau zu bieten, die sowohl bei Umweltschutz und Qualität, als auch bei Sicherheit und Komfort keine Abstriche machen“.

Bedauern bei Audi

„Die Zusammenarbeit mit Lidl war und ist konstruktiv. Da wir als die zwei größten Arbeitgeber in der Region eng vernetzt sind, bedauern wir, dass wir die Zusammenarbeit im Flottengeschäft nicht fortführen können“, sagt eine Audi-Sprecherin.

Seit mindestens zehn Jahren arbeitete die Schwarz-Gruppe mit Audi zusammen, allerdings lobt das Unternehmen BMW als verlässlichen und fairen Geschäftspartner, der an der jüngsten Ausschreibung erneut teilgenommen habe, obwohl er zweimal nicht zum Zuge gekommen war. Die Verhandlungen wurden auf höchstem Level geführt.   „Zu den gewünschten Rahmenbedingungen war eine weitere Zusammenarbeit für uns wirtschaftlich nicht darstellbar“, sagt die Audi-Sprecherin.

Man sei sich der regionalen Verantwortung bewusst, betont die Schwarz-Gruppe. Deswegen habe man sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, den Fahrzeughersteller zu wechseln. Die Neckarsulmer ASW-Gruppe, über die Lidl die Fahrzeuge in der Vergangenheit bezog, „wird die Möglichkeit erhalten, über die nächsten Monate die Strukturen anzupassen“, heißt es.

Tesla-Fahrzeuge gibt es weiterhin

Unabhängig von dem Markenwechsel bleibt Tesla als Lieferant von E-Fahrzeugen für Vorstände und Geschäftsleitungsvorsitzende der Schwarz-Gruppe im Spiel, wie die Sprecherin der Stimme bestätigte.

 

 


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