Bei Bechtle bleiben alle Zeichen auf Wachstum

Neckarsulm  Der Neckarsulmer IT-Diensleister Bechtle ist in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres stark gewachsen. Dass von der Konjunkturflaute wenig zu spüren ist, hat drei Gründe.

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Von einer nachlassenden Konjunktur ist beim IT-Dienstleister Bechtle nichts zu spüren. In den ersten neun Monaten ist der MDax-Konzern beim Umsatz um 27,2 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gewachsen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Gewinn stieg um 26,2 Prozent auf 111,1 Millionen Euro. Ende September waren 11 246 Mitarbeiter beschäftigt.

Umsatzplus auch ohne Zukäufe

Dabei wirkten sich nicht nur die Firmenübernahmen der vergangenen Monate aus, erklärte Vorstandsvorsitzender Thomas Olemotz. Denn auch organisch, also nur unter Berücksichtigung der zu Jahresbeginn vorhandenen Bereiche, wuchs der Umsatz um 14,8 Prozent. Deutlich wird daraus: Die Übernahmen haben Bechtle im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorjahres 807 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz beschert. Und: Nach wie vor entfällt auf das Ausland nur etwa ein Drittel des Umsatzes.

Stratgie wird beibehalten

Dabei hat Bechtle zuletzt in der Schweiz zugekauft: Im dritten Quartal wurden die Systemhäuser Algacom und Abissa übernommen. Obwohl sich die Neckarsulmer damit auch wieder in der französischsprachigen Westschweiz engagierten, sah Olemotz dies nicht als Auftakt zu einer größeren internationalen Expansion. Es bleibe bei der Strategie, sich in der Systemhaus-Sparte auf Deutschland, Österreich und die Schweiz zu beschränken, erklärte er. Im Bereich E-Commerce ist Bechtle hingegen weltweit aktiv.

Ursachen für die gute Situation

Dass es bei den Neckarsulmern derzeit besser läuft als insgesamt in der deutschen Wirtschaft, hat für Olemotz drei Gründe: Zum einen sparten die Unternehmen in den meisten Branchen auch in Krisenzeiten nicht an der IT, weil ihnen klar sei, dass sie nur auf dem jeweils aktuellen technischen Stand wettbewerbsfähig bleiben.

Zum zweiten decke Bechtle mit seinem Portfolio alle relevanten Bereiche ab, so dass schwächelnde Branchen wie die Autoindustrie von anderen Kunden kompensiert würden. Ohnehin ist die öffentliche Hand ein davon eher unabhängiger, großer Absatzmarkt. Schließlich sei das Unternehmen in der Systemhaus-Sparte in seinen drei Kernländern schon lange flächendeckend vertreten.

Fünf Milliarden Euro Umsatz in Reichweite

Auch im Oktober seien die Geschäfte gut gelaufen, auf dem Niveau des dritten Quartals, sagte der Vorstandschef. Das Ziel, in diesem Jahr mehr als fünf Milliarden Euro Umsatz zu erreichen, sei damit in Reichweite: "Ich gehe davon aus, dass wir es schaffen." Die offizielle Formel dafür lautet, dass Bechtle inklusive seiner Zukäufe ein "sehr deutliches Umsatz- und Ergebniswachstum" erwartet. 

 


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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