Audianer hoffen auf Antworten

Neckarsulm  Der Audi-Betriebsrat will die Beschäftigten heute Vormittag über die Aussichten für den Standort Neckarsulm informieren. Was hat es mit dem Derivat auf sich, von dem VW-Konzernchef Herbert Diess sprach?

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Hinter verschlossenen Türen haben sich die Audi-Mitarbeiter versammelt. Die Werksfeuerwehr sperrt Tor 3 und schafft damit auch optisch eine Barriere. Von außen soll keiner verfolgen können, was sich innerhalb des Werksgeländes abspielt. Foto: Matthias Bitsch

Tausende Audi-Mitarbeiter werden heute Vormittag zu einer zentralen Betriebsratssprechstunde erwartet, bei der die Neckarsulmer Arbeitnehmervertretung den Beschäftigten erklären möchte, wie es um die Zukunft des Standorts bestellt ist und wo die Knackpunkte bei den laufenden Verhandlungen liegen.

Vergangene Woche gab es bereits dezentrale Fragestunden, eine derartige zentrale Sprechstunde gab es in dieser Form unter freiem Himmel seit Jahrzehnten nicht. Auch IG-Metall-Landeschef Roman Zitzelsberger wird zu der Veranstaltung beim ehemaligen Tor 3 erwartet. Eingeladen zu der Veranstaltung auf dem Werksgelände sind auch Politiker und Vertreter der Region.

Schlechte Auslastung des Standorts Neckarsulm

Diese Buttons werden bei Audi vom Betriebsrat verteilt. Foto: Alexander Schnell

Die miserable Auslastung des Standorts und ihre Auswirkungen auf die Beschäftigung dürfte bei der Veranstaltung ebenso eine Rolle spielen wie die nebulöse Ankündigung des VW-Konzernchefs Herbert Diess, dass ein „sehr schönes Audi-Derivat“ dafür sorgen soll, dass der Standort „sehr gut“ ausgelastet ist. Worum es dabei geht und wann dieses Fahrzeug in die Produktion geht, blieb dabei allerdings offen. Die Varianten, die im Aufsichtsrat diskutiert werden, stellen aber eine „auskömmliche Auslastung“ sicher.

Bislang steht eine Einigung über die künftige Werkbelegung und den Umbau des Standorts für das Zeitalter der Elektromobilität noch aus.

Rupert Stadler hatte als Vorstandschef die Elektrifizierung des Werks mit zwei hochvolumigen E-Fahrzeugen auf der modernen PPE-Plattform zugesagt, das erste Fahrzeug sollte bereits 2021 auf den Markt gebracht werden. Davon ist jetzt nicht mehr die Rede. Gleichzeitig beschleunigt der VW-Konzern das Tempo des Umstiegs vom Verbrennungs- zum Elektromotor.

 


Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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