Audi verschiebt geplante Ausweitung der Produktion

Neckarsulm  Eigentlich sollte der A6 in Neckarsulm ab Februar wieder in drei Schichten montiert werden. Doch daraus wird vorerst nichts. Hunderte Zeitarbeiter schauen in die Röhre.

Von Manfred Stockburger
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Audi A6/A7 Produktion
Am Audi-Standort Neckarsulm laufen unter anderem die Modelle A6 und A7 vom Band. Foto: Audi

Gerade drei Wochen ist es her, dass Audi angekündigt hatte, die Produktionskapazität am Standort Neckarsulm ab Februar beim A6 und A7 sowie ab März beim A8 wieder auszuweiten. Seit Mittwoch ist dieser Plan aber wieder Makulatur: Der Aufbau einer Dauernachtschicht in der A6/A7-Montage und die eigentlich längst überfällige Ausweitung der A8-Produktion muss erneut verschoben werden. Bis wann, das werde erst Mitte Dezember geklärt sein, wie eine Audi-Sprecherin der Heilbronner Stimme sagte. Im Lauf des ersten Halbjahres solle die Änderung der Produktionsfahrweise nun erfolgen, heißt es.

Freigabe einiger Otto-Motoren verzögert sich weiter

Hintergrund ist, dass sich die Freigabe einiger Motorvarianten nach der neuer WLTP-Prüfnorm weiter verzögert hat. Ausweislich der einschlägigen ADAC-Liste gibt es den A6 weiterhin nicht als Benziner. Laut Audi hätte der aber schon Anfang Oktober verfügbar sein sollen. Außerdem gibt Audi das "schwierige und schwer vorhersehbare Marktumfeld" als Grund für die Verzögerung an, das die Produktionsplanung erschwere. Der Betriebsrat hat in der Folge seine Forderung nach einem SUV-Modell für den Standort erneuert.

Zeitarbeiter schauen in die Röhre

Die Verschiebung hat auch Auswirkungen auf die rund 500 Zeitarbeiter, die das Unternehmen wie vor drei Wochen angekündigt an Bord nehmen wollte. Schon im Januar sollten diese ihre Stellen antreten. Für viele von ihnen wird daraus jedenfalls vorerst nichts: Lediglich diejenigen Bewerber, die von Audi bereits positiv bewertet worden waren und die ihren Vertrag mit einer Zeitarbeitsfirma bereits unterzeichnet hatten, sollen nun wie geplant im Werk eingesetzt werden.

„Uns als Betriebsrat erwischen diese kurzfristig eingetretenen Umstände genauso eiskalt, wie unsere Kolleginnen und Kollegen. Was aber klar ist: Wir haben eine Standortvereinbarung mit dem Unternehmen getroffen. In dieser Vereinbarung sichert das Unternehmen uns den Einstieg in die synchrone Dreischicht verbindlich zu. Wir erwarten daher eine schnellstmögliche Umsetzung", sagt der Neckarsulmer Audi-Betriebsratschef Rolf Klotz. Die andauernde mangelnde Auslastung des Werkes zeige deutlich, dass die Forderung des Betriebsrats nach einer klaren Perspektive für den Standort mehr als berechtigt sei.

 

 


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