Audi und VW würdigen verstorbenen Ferdinand Piëch

Neckarsulm  Weggefährten und heute Aktive würdigen den verstorbenen früheren Aufsichtsratschef Piëch als genialen Ingenieur und verlässlichen Partner.

Die Region trauert mit Audi und VW um Ferdinand Piëch, der am Sonntag nach einem Abendessen mit seiner Frau Ursula in Rosenheim zusammengebrochen war und verstarb. Der langjährige Audi- und VW-Vorstandschef wurde 82 Jahre alt. Dem Standort Neckarsulm war er zeitlebens besonders verbunden. Unter seiner Führung wagte Audi den Aufbruch in die Premiumklasse.

Der frühere IG-Metall-Bundesvorsitzende Klaus Zwickel, der Piëch noch aus seiner Neckarsulmer Zeit kannte, würdigte den Manager als „immer fairen und verlässlichen Verhandlungspartner. Zwangsläufig hatten wir unterschiedliche Aufgaben und Interessen, aber ich habe ihn sehr geschätzt“, sagte Zwickel der Heilbronner Stimme.

Vision und Know-how

Der Neckarsulmer Werkleiter Helmut Stettner bezeichnete Piëch als „ein Vordenker für die Automobilindustrie und für unser Unternehmen. Der Volkswagen-Konzern war seine Leidenschaft, seine Vision. Er hat für dieses Unternehmen und dessen technologische Innovationen gelebt.“ Stettner verwies insbesondere auf den von Piech vorangetriebenen Aluminium-Leichtbau mit dem Audi Space Frame. „Mit dem Audi A8 haben wir 1994 das erste Großserienautomobil der Welt mit selbsttragender Aluminiumkarosserie auf den Markt gebracht. Dieses Know-how, das Ferdinand Piëch eingebracht hat, konnten wir seither kontinuierlich ausbauen und seine Bedeutung hält weiter an: Bis heute ist der Standort Neckarsulm Kompetenzcenter für Leichtbau im Audi-Konzern.“

Rolf Klotz, der Betriebsratsvorsitzende des Audi-Standorts Neckarsulm, wies darauf hin, dass für den Erfolg des Unternehmens „Personen mit Leidenschaft für Technik und Innovationen entscheidend waren und sind“. Das gelte auf allen Ebenen im Unternehmen. „Ferdinand Piëch war von der Ingenieurskunst in Neckarsulm überzeugt. Diese Rolle wollen wir als Standort weiterhin bei Audi und im Volkswagen Konzern einnehmen.“

„Wir werden das Andenken an Ferdinand Piëch hochhalten – an einen Mann, der in einzigartiger Weise Genialität mit Leidenschaft und Beharrlichkeit vereinte“, sagte Audi-Vorstandschef Bram Schot.

„Wir verneigen uns mit Respekt vor seinem Lebenswerk“, erklärte Hans Dieter Pötsch, der Aufsichtsratsvorsitzende des VW-Konzerns. „Unser Unternehmen und seine Menschen haben Professor Piëch unendlich viel zu verdanken. Wir trauern mit seiner Familie und seinen Angehörigen. Und wir werden ihn und sein Lebenswerk immer im ehrenden Angedenken bewahren.“


Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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