Audi erwartet spannendes zweites Halbjahr

Ingolstadt/Neckarsulm  Absatz wächst in den ersten sechs Monaten dank China um 4,5 Prozent. In Europa sind die Verkaufszahlen zückläufig.

Von Manfred Stockburger

Audi erwartet spannendes zweites Halbjahr

Die Mitarbeiter der Neckarsulmer A8-Produktion bauten im ersten Halbjahr 7800 Fahrzeuge − 18 Prozent weniger in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Foto: Audi

 

Mit einem Plus von 4,5 Prozent auf 949.300 ausgelieferte Fahrzeuge im ersten Halbjahr sehen die Absatzzahlen von Audi auf den ersten Blick gut aus. Das Plus geht aber fast ausschließlich auf den chinesischen Markt zurück - die Verkäufe stiegen dort um 20,3 Prozent auf 306.590 Autos.

Vergangenes Jahr war der Absatz im Reich der Mitte als Folge eines Streits mit den Händlern allerdings deutlich eingebrochen. In China verkaufte Audi dennoch zuletzt fast doppelt so viele Fahrzeuge wie in Deutschland. Daraus wird die zentrale Bedeutung des Marktes für den Autohersteller deutlich.

Zuletzt waren die Zahlen auch in China schlecht

Die Juni-Zahlen aus China waren wieder besser vergleichbar, weil der Streit im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt beendet war. Im vergangenen Monat verbuchte das Unternehmen dort ein Absatzminus von 7,2 Prozent. Besser waren die Zahlen in den USA, wo zum Halbjahr mit knapp 108.000 etwa 4,8 Prozent mehr Autos als im Vorjahr verkauft wurden.

In Europa lag der Absatz hingegen um 4,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, obwohl der Q2 mit einem Plus von 7,8 Prozent hier wichtige Impulse gesetzt habe, wie es heißt. Für Deutschland vermeldet Audi einen Rückgang der Verkäufe um 6,3 Prozent.

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Schot spricht von herausfordernden Rahmenbedingungen

"Trotz herausfordernder Rahmenbedingungen haben wir und dank der positiven Entwicklung im asiatischen Raum und Nordamerika gut behauptet", kommentiert der amtierende Audi-Chef Bram Schot das Zahlenwerk, das er auch als Vertriebsvorstand verantwortet. "Wir erwarten ein forderndes, aber auch spannendes zweites Halbjahr mit weiteren Modellwechseln und der Vorstellung unseres ersten rein-elektrischen Modells."

Deutliches Minus beim neuen A8

Bitter aus Neckarsulmer Sicht ist vor allem, dass der neue A8 mit 7.800 verkauften Fahrzeugen im ersten Halbjahr um 18 Prozent unter dem Vorjahreswert lag, als der Vorgänger bereits kurz vor dem Ende stand. Das ist auch der Tatsache geschuldet, dass das Topmodell in China immer noch nicht verkauft wird, heißt es. Außerdem sind nicht alle Motorisierungen verfügbar. Für Europa beziffert Audi die Entwicklung beim A8 mit einem deutlichen Absatzplus von 21,3 Prozent.

Der Neckarsulmer A6 hat sich mit rund 60.000 Stück besser behauptet, er lag nur um neun Prozent im Minus, obwohl das Modell in diesen Tagen ans Ende seiner Lebensdauer kommt. Der Nachfolger kommt in den kommenden Tagen zu den Händlern. Einen China-Effekt gibt es hier nicht, weil die Langversion für den dortigen Markt in Changchun produziert wird.

Bessere Zahlen beim A7

Beim A7 aus Neckarsulm, dessen neueste Variante seit dem Frühjahr verkauft wird, verbuchte Audi insgesamt ein Plus um neun Prozent auf rund 10.200 Exemplare. Bezogen auf den europäischen Markt lag das Plus den Angaben zufolge bei 41 Prozent.

Vom Sportwagen R8, der in Heilbronn produziert wird, lieferte Audi im ersten Halbjahr noch 1700 Stück aus aus. Das waren neun Prozent weniger als im Vergleichzeitraum.