Audi-Betriebsrat geht auf Distanz zu Stadler

Ingolstadt/Neckarsulm  Peter Mosch, der oberste Arbeitnehmervertreter des Unternehmens, fordert bei der Betriebsversammlung einen nachhaltigen Wechsel an der Spitze.

Von Manfred Stockburger

Mit deutlichen Worten hat sich der Audi-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Peter Mosch am Mittwoch auf der Betriebsversammlung in Ingolstadt für einen  personellen und nachhaltigen Wechsel an der Spitze des Unternehmens ausgesprochen. Damit reagierte der Ingolstädter Arbeitnehmervertreter auf die Verhaftung des Vorstandsvorsitzenden Rupert Stadler, der weiterhin in Untersuchungshaft sitzt. Bis zuletzt hatte Mosch Rupert Stadler intern den Rücken gestärkt, jetzt ist er auf Distanz gegangen. „Ein ‚Weiter so‘ akzeptieren wir nicht. Deshalb fordern wir einen Neustart, der jetzt gezündet werden muss“, sagte Mosch. 

Betriebsversammlung in Neckarsulm

Am Donnerstag steht der Vorstand der Neckarsulmer Belegschaft bei der turnusmäßigen Betriebsversammlung Rede und Antwort. Auch vom Neckarsulmer Betriebsratsvorsitzenden Rolf Klotz werden deutliche Worte erwartet, zumal er moniert, dass in der Ära Stadler am Standort viele Themen nicht zu Ende geführt worden seien - etwa bei der Konsolidierung von Audi Sport in den Böllinger Höfen, beim Bau der halben A8-Montage auf dem Neckarsulmer Werksgelände oder auch beim Neubau C20 für die Technische Entwicklung am Standort.

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Mosch forderte in seiner Rede zudem den konsequenten Abschluss der Dieselaufklärung sowie eine strategische Fokussierung des Unternehmens auf die Audi-Kernelemente. „Audi muss weiter die Technologieschmiede des Volkswagen-Konzerns sein. Nur so sichern wir Wirtschaftlichkeit und Beschäftigung. Daran muss sich die Unternehmensleitung orientieren“, sagte Mosch vor 10.000 Beschäftigten in Ingolstadt. Die Belegschaft erwarte vom Vorstand eine zielsichere und arbeitnehmerfreundliche Transformationsstrategie. Bram Schot, der amtierende Vorstandsvorsitzende, müsse den Weg dahin ebnen. 

Trotz der herausfordernden Zeiten sehen die Arbeitnehmervertreter das Unternehmen für diesen Neustart gut gerüstet. „Unsere Beschäftigungsgarantie bis Ende 2025 steht, unser Zusammenhalt ist ungebrochen und unsere Produkte sind stärker denn je“, sagte Mosch. „Darauf aufbauend muss das Unternehmen nun in eine neue Zukunft starten.“

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