Audi-Betriebsrat fordert zur Kostensenkung bessere Auslastung

Neckarsulm  Bei Audi gibt es eine Kostendebatte vor der Entscheidung über die künftige Werkbelegung bei Audi und im VW-Konzern. Nächste Woche tagt der Aufsichtsrat.

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Audi-Betriebsrat fordert zur Kostensenkung bessere Auslastung der Werke
Die Audi-Fertigung in Neckarsulm leidet unter der niedrigen Auslastung. Foto: Audi

Fertigt Audi zu teuer? Laut "Handelsblatt" wird dies im Management des VW-Konzerns diskutiert. "Vor allem Neckarsulm ist so teuer in der Produktion, dass wir Fahrzeuge wie den VW Passat dort nicht bauen könnten", zitiert das Blatt in einer Geschichte über den "Problemfall Audi" einen Manager.

Die Auslastungsprobleme des Standorts sind real, der VW Passat ist aber schon deshalb keine Option für Neckarsulm, weil das Auto wie der Golf auf der MQB-Plattform basiert. Die hiesige Produktion ist aber auf Modelle mit einem längs eingebauten Motor spezialisiert. Außer dem Touareg gibt es bei VW im Portfolio kein Auto, das hier gebaut werden könnte, wenn der Konzern seine Werke tatsächlich nach Plattformen sortiert. Der Touareg kommt aus der Slowakei.

Warum mit Neckarsulmer Fahrzeugen derzeit kaum Geld zu verdienen ist

Dass mit den Neckarsulmer Fahrzeugen derzeit kaum Geld zu verdienen ist, liegt einerseits an der mangelnden Auslastung - wie berichtet fahren dieses Jahr statt der möglichen 300.000 Autos nur rund 178.000 vom Band. Aber vor allem an der Konstruktion: Trotz der kleinen Stückzahlen gibt es keinen großen Personalüberhang.

Werkleiter Helmut Stettner bekäme ein Problem, wenn mehr als 300 seiner Mitarbeiter ein Angebot der Schwestermarke Porsche annähmen. Etwa 1000 Neckarsulmer Audianer hatten sich im Oktober über einen Wechsel nach Zuffenhausen informiert.

Jetzt will Audi die Kapazität in Deutschland um 200.000 Fahrzeuge im Jahr reduzieren. Ein Sprecher wollte diese Zahl nicht kommentieren. Die Vereinbarung Zukunft Audi, die auch andere Dinge regeln soll - der Betriebsrat spricht von "Giftliste" -, soll noch dieses Jahr abgeschlossen werden. "Kosten sparen durch die Bündelung von Plattformen ist das eine", sagt der Neckarsulmer Betriebsratsvorsitzende Rolf Klotz. Oberste Maxime müsse sein, "die deutschen Werke voll und sinnvoll auszulasten. Das sichert Beschäftigung und dann stimmen auch die Fabrikkosten."


Manfred Stockburger

Manfred Stockburger

Chefkorrespondent Wirtschaft

Manfred Stockburger beschäftigt sich seit 1997 intensiv mit der Wirtschaft in Heilbronn-Franken und darüber hinaus. Die rasante Veränderung der Autobranche und des Lebensmittelhandels interessiert ihn besonders, außerdem die Entwicklung der Firmen in Hohenlohe.

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