Audi-Betriebsrat fordert Elektroautos für den Standort Neckarsulm

Neckarsulm  Die Betriebsversammlung bei Audi in Neckarsulm stand ganz im Zeichen der Zukunft des Standorts. Ein mögliches Szenario ist, dass Neckarsulm noch längere Zeit ein reiner Verbrenner-Standort bleibt für Fahrzeuge, die wie der A6 und der A8 auf dem modularen Längsbaukasten (MLB) aufsetzen.

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In diesem Fall könnte der Nachfolger des A4 in Neckarsulm gebaut werden.

Betriebsrat Alexander Reinhart stellte in seiner Rede klar, dass Neckarsulm am Aufbruch in die Elektromobilität teilhaben müsse. Die Elektrifizierung des Standorts sei bereits vor zwei Jahren vereinbart worden. Neckarsulm hätte eigentlich zwei "volumenstarke Elektroautos" samt Batteriefertigung erhalten sollen. Doch die Verbindlichkeit von Zusagen habe zuletzt stark gelitten.

Teilnehmer berichten, dass die Ränge voll waren, das Interesse an einer klaren Perspektive groß und die Stimmung entsprechend der aktuellen Diskussionen emotional. "Halten Sie ihr Wort und nehmen Sie die rund 17.000 Menschen am Standort von Beginn an mit in die Elektromobilität", sagte Reinhart.

E5 und E7 kommen nicht

Die ursprünglich geplanten Modellen E5 und E7 hat der Vorstand gestrichen, weil sie sich dem Vernehmen nach zu ähnlich gewesen wären. Nun soll als Fahrzeug dazwischen der E6 kommen. Wo das fünftürige Coupé gebaut wird, ist offen. Personalvorstand Wendelin Göbel appellierte für ein Miteinander von Betriebsrat und Unternehmensleitung: "Lassen Sie uns gemeinsam das beste Ergebnis für alle Audianer finden." Nach wie vor ist ist offen, wann die Verhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern starten.

Entwicklungsvorstand Hans-Joachim Rothenpieler gab einen Ausblick auf die 30 elektrifizierten Modelle, die bis zum Jahr 2025 geplant sind. "Auch die Brennstoffzelle hat großes Zukunftspotenzial", sagte der Technikchef. Die Technologie wird am Standort Neckarsulm für den gesamten VW-Konzern entwickelt. Zuletzt hatte VW-Chef Herbert Diess diesbezüglich für Unruhe gesorgt, weil er am Rande der Automesse IAA in Frankfurt geäußert hatte, dass er die Technik für wenig aussichtsreich hält. 

 


Alexander Schnell

Alexander Schnell

Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Schnell leitet seit 1. Juni 2006 das Ressort Leben und Freizeit und ist damit für alle Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem auch das Wochenendmagazin Freizeit und die Autostimme. Ein Spezialgebiet des gebürtigen Heilbronners sind alle Themen rund ums Auto und Mobilität. Darüber hinaus ist Schnell Mitglied der Chefredaktion.

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