Anklage gegen Rupert Stadler kommt wohl bis Mitte 2019

Neckarsulm/München  Im Diesel-Verfahren gegen Audi zählt die Staatsanwaltschaft Münchzen inzwischen 24 Beschuldigte. Ein weiterer Neckarsulmer Entwickler steht im Fokus.

Von Manfred Stockburger

In der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen saß der ehemalige Audi-Vorstandsvorsitzende Stadler in Untersuchungshaft. Foto: dpa

Ex-Audi-Chef Rupert Stadler und mindestens drei weitere Beschuldigte im Dieselgate-Komplex müssen schon bald mit Anklagen rechnen.

Staatsanwaltschaft München möchte die Ermittlungen bald abschließen

Oberstaatsanwalt Stephan Necknig, der zuständige Abteilungsleiter der Staatsanwaltschaft München 2, wollte sich gegenüber der Heilbronner Stimme zwar nicht auf einen Zeitpunkt festlegen, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden. Necknig betonte auf Nachfrage aber, dass die Anklagebehörde "mit Hochdruck" arbeite und baldmöglichst ein Ergebnis vorlegen werde. Mit Priorität behandelt werden dabei die Beschuldigten, gegen die Haftbefehle vorliegen - auch wenn sie mittlerweile außer Vollzug sind. Ob das noch im ersten Halbjahr 2019 der Fall sein werde, könne man aber nicht mit Sicherheit sagen.

Neben Stadler, dem ehemaligen Porsche-Vorstand Wolfgang Hatz und dem Neckarsulmer Entwickler Giovanni P., die allesamt Untersuchungshaft hinter sich haben, steht laut "Spiegel" auch ein weiterer Neckarsulmer Diesel-Spezialist im Fokus der Ermittler.

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Vermutlich gibt es mehrere Verfahren

Rupert Stadler. Foto: dpa

Für Necknig ist es "denkbar", dass in einem ersten Prozess gegen vier Beschuldigte Anklage erhoben wird, maximal gegen fünf. Insgesamt hat die Staatsanwaltschaft inzwischen 24 Beschuldigte auf der Liste, wie Necking der Stimme sagte. Bislang waren es lediglich 20 gewesen. An der gestiegenen Zahl der Beschuldigten könne man ablesen, dass die Ermittlungen neue Erkenntnisse zutage förderten.

Gleichzeitig könnten schon aus logistischen Gründen nicht alle angeklagt werden, sagt Stephan Necknig. Er geht überhaupt nicht zwingend davon aus, dass am Ende alle Beschuldigten auf einer Anklagebank landen. Zumindest bei denjenigen, die in Untersuchungshaft saßen, erwartet er allerdings, dass die Ermittlungsergebnisse für eine Anklage ausreichen werden. Schließlich hätten in diesen Fällen Gerichte bereits festgestellt, dass es einen Tatverdacht gebe, erklärt der Oberstaatsanwalt.

Dringender Tatversacht

Das Münchner Oberlandesgericht hatte im Fall Stadler Ende Oktober ausdrücklich betont, dass es weiter von einem dringenden Tatverdacht ausgehe, als es den Haftbefehl gegen den Manager gegen Auflagen außer Vollzug setzte. Top-Manager Wolfgang Hatz war im Juni nach neun Monaten U-Haft freigekommen, der Neckarsulmer Abteilungsleiter Giovanni P. kam viereinhalb Monate nach seiner Festnahme im Juli 2017 wieder frei. Der ebenfalls festgenommene Porsche-Manager Jörg K. ist nicht unter den 24 Beschuldigten des Münchener Verfahrens.

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