Zufahrt zum Stocksberg wegen Besucherandrang geschlossen

Beilstein  Die Polizei sperrte am Sonntag die Straßen zum Beilsteiner Hügel wegen zu vieler Besucher ab. Alle Parkplätze waren belegt. Die Polizei riet vom Besuch ab.

Von Wolfgang Müller und dpa

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Wegen zu großen Besucherandrangs sperrte die Polizei am Sonntagmittag die Zufahrtsstraßen zum Stocksberg im Landkreis Heilbronn. Während die Zahl der Besucher am Vormittag noch überschaubar war, „ist der Andrang jetzt immens“, so der Heilbronner Polizeiführer vom Dienst, Matthias Strohsack. Gegen 12 Uhr seien die Parkplätze restlos belegt gewesen.

Am Nachmittag hatte die Feuerwehr die Zufahrt von Löwenstein kommend gesperrt und den Ausflüglern nur noch Zufahrt gewährt, wenn Parkplätze frei wurden. Die Besucher reagierten überwiegend verständnisvoll. 

Laut Strohsack waren weitere Autofahrer auf dem Weg zu dem beliebten Rodelhang. Die Polizei riet allerdings dringend davon ab, zum Stocksberg zu fahren. Den ganzen Samstag über war die Lage rund um den Stocksberg dagegen entspannt. 

Ruhige Lage im Schwarzwald

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes wurde im Hochschwarzwald am Sonntagmorgen bis zu 120 Zentimeter Schnee gemessen und auf der Hochfläche der Schwäbischen Alb bis zu 50 Zentimeter. In den Löwensteiner Bergen liegen rund 30 Zentimeter Schnee und am südlichen Oberrhein bis zu 15 Zentimeter. Im Schwarzwald und im Südosten des Landes soll es auch in der Nacht zum Montag noch weiter schneien. 

Da es auch in den tiefen Lagen geschneit hat, zog es demnach wohl weniger Menschen in den Schwarzwald. „Kein Vergleich mit Tagen in der Vergangenheit“, sagte ein Sprecher der Pforzheimer Polizei. Daher hätten auch keine Maßnahmen ergriffen werden müssen. Auch auf der Schwäbischen Alb blieb es überwiegend ruhig.

Im Schwarzwald liegt der Schnee teilweise über einen Meter hoch. Foto: dpa

In den Hochschwarzwald zog es hingegen deutlich mehr Tagestouristen und Wintersportler. Die Parkplätze an den Loipen seien vielerorts voll belegt und die Rodelhänge gut besucht gewesen. Das teilte die Polizei in Freiburg am Sonntag mit. Die Corona-Regeln seien aber weitgehend eingehalten worden, nur einzelne Verstöße seien geahndet worden. Die Mobilität der Ausflügler ist an sonnigen Wintertagen aber ungebrochen. Die Beamten stellten den Angaben nach Kennzeichen aus ganz Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz fest.

Am Feldberg kam es am Sonntag aber zu einem Unglück: Ein Mann wurde von einer Lawine verschüttet. Er konnte sich jedoch selbst befreien und blieb unverletzt. Nach dem Lawinenabgang am Vormittag waren zahlreiche Bergretter im Einsatz, darunter eine Suchdrohne und Hundeführer. Zunächst gab es laut einem Sprecher keine Hinweise auf weitere Verschüttete. Der Feldberg ist mit 1493 Metern der höchste Mittelgebirgsgipfel in Deutschland.

In den vergangenen Wochen hatte es immer wieder chaotische Szenen an den winterlichen Ausflugszielen im Land gegeben. Im Schwarzwald und auf der Schwäbischen Alb stauten sich die Autos, die Ausflügler drängten sich auf Schlittenhängen und Winterwanderwegen. Daraufhin wurden etwa Straßen und Parkplätze gesperrt. Appelle von Politik und Polizei, überfüllte Gebiete wegen der Corona-Pandemie nicht mehr anzufahren, waren bislang aber meist verhallt.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

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Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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