Kreisräte sehen Imageschaden für Stadtbahn

Region  Die Kreistagsfraktionen reagieren sehr verärgert auf die abermalige Verspätung der Stadtbahn Nord. Sie kritisieren den Fahrzeughersteller Bombardier, weil noch immer Zulassungen für die Wagen fehlen.

Von unserem Redakteur Reto Bosch

 

Der Heilbronner Kreistag hat die Stadtbahn Nord bislang immer unterstützt und hohen Ausgaben zugestimmt. Allein für die Strecke 15 Millionen Euro, dazu kommen Investitionen von knapp 40 Millionen Euro in die Fahrzeuge. Die Kreisräte reagieren mit Empörung auf die erneute Verzögerung. Sie sehen einen Imageverlust für das gesamte Stadtbahnprojekt.

Verantwortung

„Das ist furchtbar“, meint CDU-Fraktionschef Dieter Böhringer. Bitter sei, dass dem Landkreis die Hände gebunden seien. „Wir können nur die Fäuste in der Tasche ballen.“ Verantwortlich für die Verzögerung sei der Wagenhersteller Bombardier. Versäumnisse auf regionaler Ebene, etwa des Landratsamts, erkennt Böhringer nicht. Diese Meinung teilen im Übrigen die Chefs von SPD, FWV/FDP und Grünen.

Nach Ansicht von Wolfgang Rapp (SPD) zeigen Bombardier und AVG zu wenig Interesse an der Lösung der Probleme. „Wobei es bei der AVG besser geworden ist.“ Die Ausgaben für den Busverkehr betrachtet Rapp als Zusatzkosten, auch wenn die Kreiskasse durch den Wegfall der Stadtbahn-Betriebskosten netto gar nicht stärker belastet wird. „Wir bezahlen für eine Leistung, die wir so nicht wollten.“

Kontakt

FDP/FWV-Chef Harry Brunnet spricht von einem „Armutszeugnis für die deutsche Industrie“. Er begrüßt, dass Landrat Detlef Piepenburg und Ob Helmut Himmelsbach den direkten Kontakt zu Bombardier suchen. Trotz aller Probleme bleibt Brunnet dabei: „Die Stadtbahn Nord ist ein wichtiges Instrument für den Nahverkehr der Zukunft.“ Armin Waldbüßer (Grüne) glaubt, dass „für niemanden nachvollziehbar ist, dass Bombardier das nicht schafft“. Er sei von der Entwicklung sehr enttäuscht.