Fall Pawlenko: Ertränkt oder ertrunken?

Weinsberg/Heilbronn - Der Tod der Weinsbergerin Diana Pawlenko ist weiterhin ein Rätsel. Doch mittlerweile gibt es neue Hinweise. Nach Informationen fanden Gerichtsmediziner Wasser in der Lunge der Toten. Das bedeutet: Die 45-Jährige müsste entweder ertrunken oder ertränkt worden sein. Aus ermittlungstaktischen Gründen sagt die Polizei zur Todesursache nach wie vor nichts.

Von Carsten Friese

Ertränkt oder ertrunken?
In diesem Regenrückhaltebecken wurde Diana Pawlenko Ende Oktober gefunden. Wasser ist immer in dem Becken. Der Wasserstand aber schwankt.Foto: Lambert

Weinsberg/Heilbronn - Der Tod der Weinsbergerin Diana Pawlenko ist weiterhin ein Rätsel. Doch mittlerweile gibt es neue Hinweise. Nach Informationen fanden Gerichtsmediziner Wasser in der Lunge der Toten. Das bedeutet: Die 45-Jährige müsste entweder ertrunken oder ertränkt worden sein.

Aus ermittlungstaktischen Gründen sagt die Polizei zur Todesursache nach wie vor nichts. Die Pflegehelferin war Ende Oktober in einem kleinen Regenrückhaltebecken in der Nähe des Weinsberger Autobahnkreuzes tot gefunden worden. Ein Unfall oder ein Verbrechen? Äußerliche Spuren auf Gewalteinwirkung „wurden nicht festgestellt“, erklärt Polizeisprecher Roberto Monaci auf Anfrage. „Wir wissen nicht, was die Todesumstände waren.“

Mindestens 48 Stunden lag die Tote bereits an jener Stelle in direkter Nähe eines Wanderparkplatzes, ehe Spaziergänger sie entdeckten. Ihr Auto, ein silberner Fiat Panda, stand nur wenige Meter entfernt auf einem Verbindungsweg. Im Wagen fanden die Ermittler eine DNA-Spur, die alle elektrisierte: den Gencode jener großen Unbekannten, die auch beim Mord an der jungen Polizistin auf der Heilbronner Theresienwiese dabei gewesen sein muss.

Zeitpunkt unklar

Wann die Spur des Phantoms in den Wagen der geschiedenen Frau kam, können die Ermittler nicht sagen. DNA-Spuren lassen keine Rückschlüsse auf das Alter zu. Als hilfsbereit und zurückhaltend wird Diana Pawlenko von vielen beschrieben. Sie arbeitete seit 20 Jahren im Klinikum am Weissenhof in einer Station für psychisch kranke Menschen. Eine Verbindung zum Phantom können sich Bekannte absolut nicht erklären. „Diana und das Phantom - das passt nicht“, sagte eine Gastwirtin, bei der sie ab und zu war.

Keine Komplizin

Dass die 45-Jährige möglicherweise eine Komplizin der mutmaßlichen Serientäterin war, hält die Polizei für ziemlich abwegig. „Dafür gibt es keinerlei Hinweise“, betont Monaci. Die gefundene DNA-Spur müsse nicht mit ihrem Tod in Zusammenhang stehen.

Rund fünf Jahre war das Auto alt, das die Pflegehelferin als Neuwagen gekauft hatte. Seit einigen Jahren war sie von ihrem Mann geschieden. Im Sommer 2008 war sie wieder bei ihm und ihrer Tochter in deren Weinsberger Wohnung eingezogen. Als „Wohngemeinschaft“ beschrieben Nachbarn das Zusammenleben.

Auf einen möglichen Raubmord gibt es keine Hinweise. Dass der Ex-Mann oder die Tochter mit dem Tod der 45-Jährigen etwas zu tun haben könnten, verneint die Polizei ebenfalls. Monaci: „Es gibt keinerlei Hinweise.“ Die Wohnung in Weinsberg haben Ermittler jedoch intensiv untersucht, erfuhr die Stimme. „Eine Befundaufnahme, die notwendig ist, um Spuren aller Art zu sichern“, erklärt der Polizeisprecher dazu.

Bis zum Montag sind rund 70 neue Hinweise bei der Polizei eingegangen. Monaci: „Ob eine heiße Spur dabei ist, müssen wir prüfen.“


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Am 25. April 2007 gegen 14 Uhr findet ein Radfahrer zwei Polizisten blutüberströmt bei ihrem Streifenwagen auf der Heilbronner Theresienwiese liegend. Es handelt sich um die 22-Jährige Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter und ihren 24-jährigen Kollegen. Kieseweter ist tot. Ihr Kollege liegt schwer verletzt daneben.

Etwa vier Jahre später wird der Zwickauer Terrorzelle eine Mordserie zugeordnet, darunter auch der Anschlag in Heilbronn. 2013 beginnt der Prozess gegen Beate Zschäpe, der einzig Überlebenden des Terror-Trios.

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