Bewegende Gedenkfeier auf der Theresienwiese

Heilbronn - Genau fünf Jahre nach dem Polizistenmord haben Stadt Heilbronn, Polizei und Innenminister Reinhold Gall mit einer Gedenkfeier auf der Heilbronner Theresienwiese der erschossenen Polizistin Michèle Kiesewetter gedacht und eine neue Gedenktafel enthüllt.

Heilbronn - Innenminister Reinhold Gall, Vertreter der Polizei und der Stadt Heilbronn mit Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach an der Spitze, der türkische Generalkonsul aus Stuttgart, Mustafa Türker Ari, sowie zahlreiche Bürger haben am heutigen Mittwoch - gemeinsam mit Familienangehörigen - der Ermordung der Polizistin Michèle Kiesewetter auf der Heilbronner Theresienwiese vor genau fünf Jahren gedacht.

Familienangehörige in Heilbronn

Zum ersten Mal war auch die Mutter der getöteten Polizistin Michèle Kiesewetter aus Oberweißbach in Thüringen nach Heilbronn gekommen. Auch die Großeltern, der Cousin und Freunde des Mordopfers nahmen an der Gedenkfeier teil. Die Angehörigen wurden von der Bereitschaftspolizei in Böblingen  betreut, zu der Michèle Kiesewetter gehörte.



Im Interview mit Stimme-TV sagte Innenminister Reinhold Gall, dass für ihn der Polizistenmord noch nicht aufgeklärt ist, auch wenn die Mörder identifiziert wurden. Es gebe noch viele Hintergründe aufzudecken, etwa was das Unterstützernetz der Zwicker Neonazi-Terrorzelle betreffe. Allerdings habe „richtigerweise“ die Generalbundesanwaltschaft die Ermittlungen in der Neonazi-Mordserie übernommen. Das Landesinnenministerium sei nicht mehr zuständig.

Auch Heilbronns Oberbürgermeister Helmut Himmelsbach sagte Stimme-TV, dass noch aufgeklärt werden müsse, warum die Mörder in Heilbronn töteten. Der Mord sei auch  für die Stadt belastend gewesen, da über ihn als „Heilbronner Polizistenmord“  in den Medien berichtet wurde.

Gedenktafel

Die neue Gedenktafel (Foto: Sawatzki) weist darauf hin, dass der sogenannte Heilbronner Polizistenmord Teil einer Mordserie neonazistischer Verbrecher war. Die Rechtsterroristen aus Thüringen haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet: Neun Mitbürger, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden und eine Polizistin. Michèle Kiesewetter war bei einer Pause im Streifenwagen kaltblütig erschossen worden. mut/red

 

 


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Am 25. April 2007 gegen 14 Uhr findet ein Radfahrer zwei Polizisten blutüberströmt bei ihrem Streifenwagen auf der Heilbronner Theresienwiese liegend. Es handelt sich um die 22-Jährige Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter und ihren 24-jährigen Kollegen. Kieseweter ist tot. Ihr Kollege liegt schwer verletzt daneben.

Etwa vier Jahre später wird der Zwickauer Terrorzelle eine Mordserie zugeordnet, darunter auch der Anschlag in Heilbronn. 2013 beginnt der Prozess gegen Beate Zschäpe, der einzig Überlebenden des Terror-Trios.

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