900.000 Euro Entschädigung für NSU-Opfer

Berlin/Heilbronn - Ein Jahr nach der Enttarnung der rechtsextremen Terrorzelle NSU haben die Familien der Opfer rund 900.000 Euro Entschädigung erhalten. Das teilte das Bundesjustizministerium am Montag in Berlin mit. Im Fall der ermordeten Polizistin Kiesewetter seien 25.000 Euro geflossen.

Gedenktafel an der Heilbronner Theresienwiese. Foto: Archiv
Berlin/Heilbronn - Ein Jahr nach der Enttarnung der rechtsextremen Terrorzelle NSU haben die Familien der Opfer rund 900.000 Euro Entschädigung erhalten. Das teilte das Bundesjustizministerium am Montag in Berlin mit. Die Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) wird für die Ermordung von neun Geschäftsleuten türkischer und griechischer Herkunft sowie der Polizistin Michèle Kiesewetter verantwortlich gemacht. Zudem soll sie zwei Bombenanschläge begangen haben.

Die Entschädigungszahlungen stammen aus einem Fonds für die Opfer extremistischer Übergriffe, der nach Bekanntwerden der rechtsextremen Mordserie um eine Million Euro aufgestockt worden war. Angehörige und überlebende Opfer sollten als rasches politisches Signal unbürokratisch eine Pauschale zwischen 5000 und 10.000 Euro erhalten. Darüber hinaus werden laut Ministeriumsangaben nach einer Einzelfallprüfung zusätzliche Härtefall-Leistungen gewährt, die in der Summe von 900.000 Euro ebenfalls enthalten sind.

Zur genauen Verteilung der Gelder wollte sich das Justizministerium aus Rücksicht auf die Betroffenen nicht äußern. Schließlich sei der Tod eines nahen Angehörigen ohnehin nicht mit Geld aufzuwiegen, erklärte eine Sprecherin. Dem Zeitungsbericht zufolge erhielten die Ehepartner und Kinder der ermordeten neun Kleinunternehmer eine Pauschale von 10.000 Euro, Geschwister bekamen 5000 Euro.

Im Fall der ermordeten Polizistin Kiesewetter seien 25.000 Euro geflossen. An die Opfer der beiden Bombenanschläge in Köln hätten die Behörden insgesamt 140.000 Euro überwiesen. dpa


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Am 25. April 2007 gegen 14 Uhr findet ein Radfahrer zwei Polizisten blutüberströmt bei ihrem Streifenwagen auf der Heilbronner Theresienwiese liegend. Es handelt sich um die 22-Jährige Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter und ihren 24-jährigen Kollegen. Kieseweter ist tot. Ihr Kollege liegt schwer verletzt daneben.

Etwa vier Jahre später wird der Zwickauer Terrorzelle eine Mordserie zugeordnet, darunter auch der Anschlag in Heilbronn. 2013 beginnt der Prozess gegen Beate Zschäpe, der einzig Überlebenden des Terror-Trios.

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