Zukunft des Lauffener Kinderchors ist offen

Lauffen  Die evangelische Kirchengemeinde bangt wegen des Abschieds von Kantor Andreas Willberg um ihre Nachwuchssänger.

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Pfarrer Gunter Bareis (von links), Christine Greiner und Magdalene Stetter-Grashei möchten, dass es auch künftig einen Kinderchor in der evangelischen Kirchengemeinde Lauffen gibt.

Foto: Friedhelm Römer

Magdalene Stetter-Grashei macht sich Sorgen. Grund ist ein Personalwechsel: Der bisherige Kantor der evangelischen Kirchengemeinde, Andreas Willberg, verlässt zum 1. September seine Wirkungsstätte in Richtung Marbach, wo er Bezirkskantor wird und damit eine Vollzeitstelle antritt.

Willberg hat in Lauffen einiges auf die Beine gestellt. Der 34-Jährige hat unter anderem vor drei Jahren einen Kinderchor aus der Taufe gehoben, bei dem inzwischen 50 Kinder mitsingen. "Kirchenmusik hat einen besonderen Stellenwert in dieser Stadt. Wir wollen unseren hohen Standard behalten", sagt Stetter-Grashei. Für die Größe Lauffens gebe es ziemlich viele Chöre.

Das wiederum hängt mit Richard Rensch zusammen. Denn als der einstige Thomaner nach Lauffen kam und hier 1956 eine Orgelbauwerkstatt gründete, sorgte er dafür, dass auch die Kirchenmusik in Lauffen einen besonderen Platz bekam.

Verlust für die Kirchengemeinde

"Der Weggang von Andreas Willberg ist ein großer Verlust für uns. Er hat sich nie in den Vordergrund geschoben und sich immer gefragt, was die Gemeinde gebrauchen könnte", sagt Pfarrer Gunter Bareis.

Warum die Frage nach der Zukunft des Kinderchores im Fokus steht, liegt am Stellenprofil des Kantors. Der Stellenumfang beträgt 75 Prozent und umfasst den Organistendienst, die Leitung des Kirchen- und des Gospelchores sowie Organisation und Konzerttätigkeit. Der Kinderchor hatte sich aus Willbergs zusätzlichem Engagement ergeben: Einmal wöchentlich musizierte der Kantor im evangelischen Kindergarten Senfkorn - er spielte Keyboard, der Nachwuchs sang begeistert mit. Daraus entwickelte sich dann der Kinderchor.

Privater Gönner half jährlich mit vierstelliger Summe

Ein privater Gönner finanzierte daraufhin dieses Angebot jährlich mit einer vierstelligen Summe. Aufgrund des bevorstehenden Wechsels muss sich die Kirchengemeinde nun etwas einfallen lassen, um den Kinderchor aufrecht zu erhalten. Vor allem der vor rund neun Monaten ins Leben gerufene Kirchenmusik-Ausschuss kümmert sich nun um dieses Thema. Da man dort nicht davon ausgeht, dass erneut ein einziger Sponsor den zusätzlichen Deputatsanteil finanziert, hofft der Ausschuss auf mehrere Kleinsponsoren.

Allerdings ist der Kinderchor ein Teil eines Gesamtgebildes. Aufgrund des Pfarrplans 2024 der württembergischen Landeskirche werden die Kirchengemeinden Lauffen und Neckarwestheim fusionieren. Daher werden auch die Neckawestheimer unter anderem in Bezug auf die Kirchenmusik mit einbezogen.

Stellenprofil

Derzeit feilen der Pfarrer und Musikausschuss am Stellenprofil des Willberg-Nachfolgers. Und er hofft, dass es auch künftig so reibungslos funktioniert wie in den vergangenen Jahren. "Wir haben sehr geschätzt, dass bei Andreas Willberg alles in einer Hand zusammengefasst war", sagt Christine Greiner, Mitglied des Musikausschusses sowie des Gospelchores Just4you. Die Stelle kann jedoch erst ab 1. Februar 2021 neu besetzt werden, da dies eine Elternzeit-Vertretung und zu diesem Termin beendet ist. Eine Lösung für die Überbrückungszeit ist mit Ausnahme des Gospelchors gefunden.


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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