Zabergäulauf in Coronazeiten

Pfaffenhofen  Digitales Format stößt auf positive Resonanz - 94 Teilnehmer.

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Geli und Manuel Hekel aus Kirchheim/Teck sind mit Kinderwagen auf der Laufstrecke am Weißen Steinbruch unterwegs.

Fotos: privat

Kreativität und Improvisation sind in diesen Zeiten der Pandemie besonders gefragt. Deshalb haben sich die Organisatoren des Zabergäu-Laufs in Pfaffenhofen ein neues Format einfallen lassen. Da die Laufveranstaltung in gewohnter Form mit mehreren hundert Teilnehmern unter den derzeitigen Vorgaben nicht realisierbar war, musste der Lauf coronakonform durchgeführt werden.

Großes Interesse

Dies stieß bei den Sportlern der Region auf großes Interesse, obwohl der Lauf teilweise auf ein digitales Format reduziert werden musste. Die Teilnehmer bekamen ein Zeitfenster von zwei Monaten gesetzt (April bis Mai), in dem sie drei angebotene Strecken zur Auswahl hatten.

94 Läufer nutzten die Gelegenheit und absolvierten auf den drei realen Strecken im Zabergäu (fünf, zehn und 18,5 Kilometer) insgesamt 150 Starts. Zuspruch fand das Angebot auch bei Sportlern außerhalb des Landkreises wie Mannheim, Bretten, Kirchheim/Teck, Ludwigsburg und Kirrlach. Die Besonderheit ist, dass jeder Läufer seine Zeit selbst gestoppt und in ein Ergebnisportal eingetragen hat. Die Ergebnisse sind daher kaum belastbar. Die Zeiten gründen sich auf eine Vertrauensbasis. "Wir vertrauen den Läufern, dass sie ehrliche Zeiten eintragen", sagt Erich Wagner vom veranstaltenden TSV Pfaffenhofen.

Inoffizieller Wettbewerb

Die Strecken wurden vom Orgateam vorher abgesteckt und mit Hinweisschildern ausgestattet. Wagner bleibt dennoch Realist: "Das ist natürlich ein inoffizieller Wettbewerb. Keiner kann hier einen Streckenrekord aufstellen, und eine Siegerehrung gibt es auch nicht."

Einen speziellen Reiz für die Ausdauersportler stellte die Möglichkeit dar, sich für Starts auf allen drei Strecken anzumelden. Diesen Dreikampf meisterten 20 Teilnehmer.

Die Sonderwertung gewann bei den Männern Marco Cammalleri (Team Blau), für den nach der Addition der drei Zeiten 2:22:08 Stunden zu Buche standen. Dicht dahinter folgten Florian (2:23:58) und Fabian Maneth (2:24:01) vom RC Eibe. Bei den Frauen lag am Ende Amelie Seidel mit einer Gesamtzeit von 3:02:12 Stunden vorn. Die weiteren Podiumsplätze gingen an Sylvia Breitfelder (Eibensbach Runners/3:11:08) und Birgit Kasseckert (Nordhausen/3:13:14).

Auf den Einzelstrecken wiederholte Marco Cammalleri seinen Sieg von 2012, der Premiere der 18,5 Kilometer langen Dinosaurier-Challenge. In 1:18:50 Stunden verwies er Johannes Servay (RSC Bretten/1:19:08) auf Rang zwei. Bei den Damen lief Lina Kabsch (LAZ Ludwigsburg/1:29:58) die schnellste Zeit.

Dicht beieinander lagen die drei Läufer vom RC Eibe auf der Zehn-Kilometer-Distanz: Fabian Maneth (41:26 Minuten) gewann vor Florian Maneth (41:29) und Jannik Ottenbacher (41:30).

Zabergäulauf in Coronazeiten

Helena Gauerhof aus Hausen beim Start am Pfaffenhofener Rathaus.

Bei der Frauenkonkurrenz setzte sich Helena Gauerhof (Brackenheim-Hausen) in 52:19 Minuten an die Spitze. Die Fünf-Kilometer-Sieger sind Fabienne Hagenbuch (Tri-Team Heuchelberg/23:27) und Johannes Servay (19:40). "So kommt auch in diesen Zeiten ein bisschen Race-Feeling auf", freute sich Servay über die Veranstaltung.

Albrecht Götz vom Orgateam hatte die Strecken durchs Zabergäu und den Strombergwald markiert und ausgeschildert. Der 27-prozentige Anstieg der Dinosaurier Challenge forderte dem Oberderdinger Johannes Servay alles ab: "Das hatte zwischendurch eher etwas von Bergsteigen." Erich Wagner war erfreut, dass auch viele Auswärtige das Angebot genutzt haben. Auch die relativ hohe Teilnehmerzahl überraschte ihn: "Eine solche Resonanz hätte ich nicht erwartet."

Hoffnung auf 2022

Ingrid Günther (LG Obersulm) will 2022 wieder im Zabergäu starten. Für das Orgateam eröffnete das Format Chancen. So trugen sich Simone Brückner und Regina Graf-Köhl, bisher stets in der Wilhelm-Widmaier-Halle mit Anmeldung und Registrierung der Starter befasst, in die Ergebnislisten aller drei Strecken ein. Helena Gauerhof (Hausen) blickte nach vorne: "Hoffentlich können wir nächstes Jahr wieder alle gemeinsam an den Start gehen." Infos: www.zabergäulauf.de.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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