Wie es den Wochenmärkten in der Region geht

Region  Der starke Zulauf während der Corona-Pandemie hat den Händlern auch geholfen, den Wegfall der Gastronomie-Belieferung aufzufangen. Momentan ist aufgrund der Urlaubszeit weniger los.

Von Anna-Lena Sieber

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Auch auf dem Eppinger Wochenmarkt kauften die Leute während des Lockdowns vermehrt ein. Inzwischen hat der ganz große Ansturm jedoch nachgelassen.

Foto: Ralf Seidel

Ob Bananen, Ananas, Salate, Paprika oder frische Fleischwaren - der Eppinger Wochenmarkt hat viel zu bieten. Vor allem regionale Lebensmittel werden hier angeboten.

Nicht jeder fasst die Lebensmittel an

"In der Anfangszeit der Corona-Pandemie war immer sehr viel los", sagt Irmgard Mahlschnee, die Fleisch- und Wurstwaren am Stand des Weilerhöfer Bauernladens verkauft. "Jetzt in der Urlaubszeit ist es wieder weniger geworden." Auch das Umdenken hin zu regionalen Einkäufen sei rückläufig. "Die Leute sparen am Essen", stellt Mahlschnee fest.

Eine andere Erklärung für den großen Zulauf während des Lockdowns haben die beiden Verkäuferinnen von Söhner Gemüse und Obst, die sowohl mittwochs als auch freitags den Eppinger Markt bereichern: "Es ist ja keine Maskenpflicht auf den Wochenmärkten. Leute, die Angst vor Ansteckung haben, sind eher auf den Markt gekommen." Außerdem werde das Obst und Gemüse hier herausgegeben. "Im Supermarkt tatscht jeder die Lebensmittel an." Zufrieden ist auch der Sprecher des Eppinger Rathauses Sönke Brenner: "Wir haben einen kleinen, aber feinen Markt, der gut frequentiert ist."

In Weinsberg herrscht inzwischen wieder Normalbetrieb auf dem Wochenmarkt. "Das heißt nicht, dass die Beschicker überrannt werden, aber dass weniger los ist, konnte ich nicht beobachten", sagt Thomas Goth, Leiter des Weinsberger Baurechtsamtes. Ruth-Li Frank von der Firma Früchte Frank in Gellmersbach ist regelmäßig mit einem Verkaufsstand auf dem Wochenmarkt vertreten. "Es ist jetzt weniger, als während der Zeit des Lockdowns, aber mehr als im Jahr zuvor", hat Frank beobachtet. "Die Leute fallen so langsam wieder in ihre alten Muster zurück und gehen da einkaufen, wo sie auch vor Corona eingekauft haben." Frank sieht das aber nicht nur negativ. So könne sie zumindest ihre Stammkunden wieder gut bedienen. "Die haben am Anfang der Corona-Zeit zurückgesteckt. Oft waren die gewohnten Produkte ausverkauft oder sie mussten Schlange stehen."

Durch die Urlaubszeit ist weniger los

Auf dem Neckarsulmer Wochenmarkt werden weiterhin sehr viele regionale Lebensmittel verkauft, sagt Marktmeisterin Petra Hornstein, die unter anderem dafür verantwortlich ist, dass die Abstände eingehalten werden und auch selbst einen Stand mit Eiern und Nudeln auf dem Wochenmarkt hat. "Ich persönlich kann nicht über zu wenig Zulauf klagen, auch wenn jetzt doch viele in den Urlaub gehen. Das merkt man schon."

Genauso geht es Marc Laitenberger, der mit seinem gleichnamigen Gemüsevertrieb einen Stand in Neckarsulm hat. "Seit Corona haben wir höhere Umsätze. Auch wenn das inzwischen etwas abgeebbt ist, ist es dennoch mehr, als in den vorherigen Jahren", sagt Laitenberger.

Die Märkte haben von Corona profitiert

Brackenheim hatte zusätzlich zu seinem Wochenmarkt einen Sommermarkt geplant, der Ende August stattgefunden hätte. "Der wurde jetzt wegen Corona abgesagt", sagt Tobias Greulich, Leiter des Bereiches Sicherheit und Ordnung bei der Stadt. Der Wochenmarkt selbst findet immer samstags "mit ein bis zwei Ständen statt", sagt Greulich. Eberhard Landes, der dort Obst und Gemüse verkauft, betont noch einmal wie gut es seit Corona für die die Beschicker läuft. "Wir haben auf allen Märkten von dieser ganzen Corona-Geschichte profitiert." Normalerweise haben die Kinder in der Kita gegessen, die Eltern in der Kantine. Durch das Home Office und die Schließungen der Kitas habe sich das geändert. "Dafür ist die Belieferung für die Gastronomie weggefallen. Aber die Wochenmärkte haben das aufgefangen."

Die Zeiten der einzelnen Märkte
Der Eppinger Wochenmarkt findet jede Woche mittwochs, 8 bis 13 Uhr, und freitags ganztägig von 8 bis 18.30 Uhr auf dem Marktplatz vor dem Rathaus statt. Jeden Samstag können Interessierte von 8 bis 12 Uhr in der Weinsberger Kanalstraße auf dem Wochenmarkt einkaufen. Auch in Brackenheim beginnt der Markt morgens um 8 Uhr, geht jedoch bis 13 Uhr und findet auf dem Marktplatz der Stadt statt. Am Mittwochnachmittag von 14 bis 18 Uhr und am Samstag von 8 bis 13 Uhr kann auf dem Neckarsulmer Marktplatz regional eingekauft werden.


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