Wildkräuterwelt im Naturpark Stromberg-Heuchelberg offiziell eröffnet

Zaberfeld  Auf einer überschaubaren Fläche ist hier eine kleine Welt entstanden mit 120 Wildkräuterarten, die Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Eidechsen anziehen.

Email

Präsentieren die Wildkräuterwelt am Naturparkzentrum (v.l.): Naturparkvorsitzender Andreas Felchle, Bürgermeisterin Diana Kunz und Naturparkführerin Ilse Schopper.

Die Wildkräuterwelt entdeckt man nicht auf den ersten Blick. Sie liegt direkt hinter dem Naturparkzentrum in Zaberfeld. Auf einer überschaubaren Fläche ist hier eine kleine Welt entstanden mit 120 Wildkräuterarten, die Wildbienen, Hummeln, Schmetterlinge und Eidechsen anziehen.

Ruhephase tat dem Garten gut

Die Idee dieses 2019 angelegten, artenreichen Schaugartens stammt von Naturparkführerin Ilse Schopper. Corona hat verhindert, dass diese kleine Welt im vergangenen Jahr offiziell eröffnet werden konnte, sondern auf Anfang Juli 2021 verschoben werden musste. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass es auch Vorteile mit sich bringt, denn der Bewuchs ist inzwischen deutlich größer und intensiver. "Die Ruhephase 2020 hat dem Garten gut getan", stellt der frühere Apotheker Volker Dühring fest. Dühring ist im Vorstandsteam des Naturschutzvereins Zaberfeld

"Mit der neuen Wildkräuterwelt können wir gleich mehrere Ziele des Naturparks verfolgen", sagte der Naturparkvorsitzende Andreas Felchle am Dienstagabend in einer kleinen Feierstunde. Sie leiste einen Beitrag zur Stärkung der biologischen Vielfalt in der Region. Denn einige der hier gepflanzten und gesäten Kräuter stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Diese Vielzahl an Wildkräutern diene außerdem als Lebensraum für Insekten.

Mosaikstein für Vielfalt

"Allerdings kann man diese Pflanzen nicht sich selbst überlassen", sagt Ilse Schopper. "Das sind Wildpflanzen, die machen, was sie wollen." Beispielhaft führt sie die Kornblume an. Denn die sei im Vergleich zu 2020 in diesem Jahr nicht aufgegangen. Der Naturschutzverein Zaberfeld und mehrere Naturparkführer kümmern sich regelmäßig um diese kleine lebendige Welt, mähen gemeinsam mit der Sense.

"Wir sind stolz, dass Zaberfeld um eine Attraktion reicher ist", sagt Bürgermeisterin Diana Kunz. "Das ist ein wichtiger Mosaikstein im Rahmen der ökologischen Vielfalt."

Um eine Attraktion reicher

Am Naturparkzentrum Zaberfeld wächst die Wildkräuterwelt auch in den angelegten Steinhaufen.

Fotos: Friedhelm Römer

Auch Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter ist ziemlich angetan von dem, was in Zaberfeld an der Ehmetsklinge in den vergangenen Jahren entstanden ist. "Vielfalt von Strukturen sorgt für Artenvielfalt", sagt Gretter. Der Besucher findet hier Steinhaufen, Totholz und Nisthilfen für Insekten, drei bis vier verschiedene Weizensorten und viele Heilpflanzen. "Hinter jeder Pflanze steckt eine Geschichte", sagt Ilse Schopper, und nahezu allen würde eine heilsame Wirkung zugeschrieben, so die Naturparkführerin.

Einige Pflanzen galten im Stromberg als nahezu ausgestorben, wie der gelbe Fingerhut. Und bei den Führungen hatten die Naturparkführer immer häufiger festgestellt, dass es im Stromberg nicht mehr genügend heimische Pflanzen gab. So kam es vor drei Jahren zur Idee, interessierten Besuchern Pflanzen aus der Region gesammelt an einem Ort zu zeigen. Und es wurden alte Samen ausgesät, zum Beispiel von der Kornrade, einem Nelkengewächs, das ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet war und nun wie viele andere zu den gefährdeten Arten zählt.

Freier Eintritt

Die Wildkräuterwelt in Zaberfeld, an der Ehmetsklinge und direkt hinter dem Naturparkzentrum gelegen, ist Teil des landesweiten Projekts "Blühender Naturpark". Der Eintritt in die Wildkräuterwelt ist übrigens kostenlos. Besucher finden auf dem Gelände kleine Schilder und große Tafeln mit verschiedenen Informationen. Laut Naturpark Stromberg-Heuchelberg ist der Eintritt auch für Rollstuhlfahrer barrierearm möglich. "Der Schaugarten will auch Anregungen für den eigenen Garen geben", sagt Naturparkgeschäftsführer Dietmar Gretter.

 

Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

Kommentar hinzufügen