Tripsdrill-Wildparadies bleibt im November geschlossen

Cleebronn  An diesem Sonntag ist noch einmal geöffnet, dann geht der Erlebnispark Tripsdrill planmäßig in die Winterpause. Wegen des Lockdowns im Frühjahr verlor der Park 55 von 212 Öffnungstagen. Jetzt ist klar, dass auch das benachbarte Wildparadies vorübergehend schließen muss.

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Am Samstagabend hatten zu Halloween in Tripsdrill noch einmal wild geschminkte Schauergestalten und Zombies das Regiment. Die schaurigen Altweibernächte fielen kleiner aus als sonst, zudem mussten Besucher in zwei Schichten kommen - Horror auf Abstand. War 2020 für Tripsdrill ein Jahr zum Gruseln? „ein außergewöhnliches Jahr“, formuliert es Helmut Fischer von der Geschäftsführung des Familienunternehmens zurückhaltend.

Was Zahlen angeht, gibt sich die Chefetage diesmal noch zugeknöpfter als sonst. Zu Umsatz und Besuchern werden keine Details veröffentlicht. Klar ist: Von den 780.000 Gästen aus der Vorsaison ist der Park diesmal weit entfernt, nachdem Corona ein Viertel der Öffnungstage gekostet hat. 

Es sollte eine Top-Saison werden

Dabei war alles für eine Top-Saison angerichtet, zwei neue Achterbahnen gingen in Betrieb. „Wir haben voller Euphorie auf den 4. April hingearbeitet“, erzählt Helmut Fischer. Dann blieb der Park bei schönstem Frühlingswetter zunächst geschlossen. Als es dann losging, durften weniger Besucher als sonst aufs Gelände. Und eine wichtige Zielgruppe fiel ganz weg. „Busreisen“, so Fischer, „gab es so gut wie nicht.“ Ansonsten machen sie bis zu 20 Prozent des Geschäfts aus.

Trotzdem gab es gut besuchte Tage im Sommer, die neuen Attraktionen kamen an. „Die Besucher haben sich etwas gegönnt“, beobachtete Co-Geschäftsführer Roland Fischer. Für Essen oder Souvenirs gaben sie etwas mehr aus, viele konnten ja nicht in den Urlaub fahren. 

100.000 Euro für ein Hygienekonzept 

Mit "Hals über Kopf" und "Volldampf" gingen dieses Jahr gleich zwei neue Achterbahnen in Betrieb. Fotos: Archiv/Seidel

Rund 100.000 Euro hat das Unternehmen in das Hygienekonzept gesteckt, zahlreiche Spender mit Desinfektionsmittel aufgestellt, Hunderte Fußspuren mit der Mahnung zum Abstandhalten auf den Boden geklebt. Vor dem neuerlichen Lockdown am Montag endet nun die Saison im Erlebnispark regulär. Am heutigen Sonntag haben Besucher Gelegenheit, so viele der Deko-Kürbisse mitzunehmen, wie sie tragen können.

Das Wildparadies mit den Tiergehegen, das zum Unternehmen gehört, hat eigentlich ganzjährig geöffnet. Lange war unklar, ob es nach der Verschärfung der Corona-Regeln schließen muss. Die Betreiber hofften auf Präzisierung durch die Landesverordnung und darauf, dass der Park vielleicht als Bildungseinrichtung durch- und so dem Lockdown entgeht. Daraus wurde nichts, am Mittag teilte die Tripsdrill-Pressestelle mit: Wildparadies und das Natur-Resort mit den Baumhäusern als Gästeunterkünften müssen definitiv bis 30. November schließen.  Derweil steht der Termin für den Saisonstart des Erlebnispark fest. „Wir arbeiten auf den 27. März hin“, ist Helmut Fischer zuversichtlich. 


Hettich

Alexander Hettich

Autor

Alexander Hettich ist stellvertretender Leiter der Regionalredaktion. Er arbeitet seit 2003 bei der Heilbronner Stimme, berichtet über Verkehrsthemen, über Kommunalpolitik und Heilbronn.

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