Tripsdrill weiht zwei neue Achterbahnen ein

Cleebronn  Unter dem Motto „Auf dr schwäbsche Eisebahne …“ hat der Erlebnispark Tripsdrill mit „Volldampf“ und „Hals über Kopf“ am Dienstag zwei neue Großattraktionen vorgestellt. Ausgerichtet sind die beiden Achterbahnen für die ganze Familie.

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Bei der offiziellen Vorstellung sprach Unternehmenssprecher Birger Meierjohann am Dienstag von einer Weltneuheit. Die beiden rasanten Bahnen kreuzen sich auf ihrer Wegstrecke. Am kommenden Freitag gehen die beiden Fahrattraktionen offiziell in Betrieb. Bei der Doppelachterbahn handelt es sich um eine der größten Investitionen in der 90-jährigen Geschichte des Freizeitparks.

Eigentlich war für die Einweihung der neuen Anlage eine große Sause geplant. „Mit Künstlern und Architekten vor größerem Publikum“, sagte Meierjohann. Wegen der Corona-Krise sei das aber weder möglich noch angemessen. So stellte das Cleebronner Unternehmen am Dienstag „Volldampf“ und „Hals über Kopf“ in kleinerem Kreis vor der Presse vor. Benjamin Fischer, Mitglied der Geschäftsleitung, bezeichnete die neue Doppelanlage als „neuen Meilenstein“.

 

 

„Hals-über-Kopf“ ist der Prototyp einer neuartigen Hängeachterbahn. Dabei fahren diese Züge nicht auf der Schiene. Sie sind unterhalb der Fahrbahn angebracht, so dass die Fahrgäste bei Geschwindigkeiten bis zu 80 Stundenkilometer das Gefühl haben zu schweben.  Auf der rund 800 Meter langen Fahrstrecken überschlägt sich die Achterbahn vier Mal und nimmt die Passagiere mit in luftige Höhen von bis zu 30 Meter. Die Bahn ist ab einem Alter von sechs Jahren und einer Größe ab 1,20 Meter zugelassen.

„Volldampf“ ist als historischer Zug gestaltet. Nach dem Start im Bahnhofsgebäude werden die Fahrgäste rückwärts auf eine Höhe von 22 Metern gezogen, um dann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 60 Stundenkilometer rasante Fahrt aufzunehmen. Die Fahrstrecke beträgt rund 500 Meter. Mitfahren darf, wer mindestens vier Jahre alt und 95 Zentimeter groß ist.

Auch mit den neuen Bahnen setzt das Unternehmen sein Konzept fort, mit Liebe zum Detail schwäbische Geschichte, Geschichtchen und Traditionen hochzuhalten. So ist „Hals-über-Kopf“ der Geschichte der Sieben Schwaben gewidmet, die sich mit einer großen Lanze wagemutig auf den Weg machten, um ein großes Ungeheuer am Bodensee zu bekämpfen. Entsprechend ist die Schwebeachterbahn gestaltet mit geschmückten Lanzen und Rucksäcken voller Proviant, Flachmann, Bratpfanne und Landkarte. Das zugehörige Stationsgebäude wird nächstes Frühjahr fertiggestellt sein. Dann präsentiert es sich den Besuchern im Stil eines historischen Wirtshauses.

Stuttgart, Ulm und Biberach, Meckenbeuren, Durlesbach

„Auf dr schwäbsche Eisebahne“ fahren die Passiere, wenn sie Fahrt in der „Volldampf“ aufnehmen. Gemäß dem Volkslied befindet sich auf jedem Wagon ein Wappen der Städte, die in dem Lied besungen werden: Stuttgart, Ulm und Biberach, Meckenbeuren, Durlesbach. Für die Fischers war aber schnell klar, dass die Strecke fiktiv bis nach Tripsdrill führen muss. Deshalb führt die Bahnstrecke im Süden des Freizeitparkgeländes auch über die Bahnhöfe in Ludwigsburg, Bietigheim und Kirchheim sowie über die ehemalige Haltestation der Zabergäubahn in Cleebronn.

„Die letzten Wochen waren eine große Herausforderung“, sagte Benjamin Fischer. Mitten in die heiße Bauphase fiel die Corona-Krise. Das Unternehmen konnte deshalb erst 55 Tage nach eigentlichem Saisonstart seine Pforten wieder öffnen. Die Arbeiten an der Baustelle der beiden Achterbahnen erforderten zudem besondere Sicherheitsvorkehrungen.

Cleebronns Bürgermeister Thomas Vogel zeigte sich bei der offiziellen Vorstellung voll des Lobes über die neue Anlage. Nicht nur, weil er ein bekennender Eisenbahnfreund sei. Dem Unternehmen sei es wieder einmal gelungen, den Neubau behutsam in die bestehende Landschaft zu integrieren. „Man hat schon jetzt das Gefühl, dass die Anlage bereits seit mehreren Jahren steht“, sagte Vogel.

 

Schienen und Bäume

„Vieles von dem, was während der Bauphase geleistet wurde, ist mittlerweile kaum noch sichtbar“, sagte Benjamin Fischer von der Geschäftsleitung des Freizeitparks Tripsdrill am Dienstag vor der Presse. So wurden für die neue Doppelachterbahn 229 Bodenfundamente gesetzt, die die Konstruktion tragen. Das größte Einzelfundament wiegt 500 Tonnen und hat eine Fläche von 135 Quadratmetern. Zudem wurden 7400 Kubikmeter Erdreich ausgehoben und zum Teil wieder aufgefüllt. Für die Bahnen wurden 300 Tonnen schwere Schienenteile und Stützen verbaut. Mehr als 4000 Bäume und Sträucher wurden neu gepflanzt. 


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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