Straftaten in Brackenheim gehen deutlich zurück

Brackenheim  Relativ sicher fühlen können sich die Bürger in Brackenheim. Das ist die Botschaft von Polizeipostenleiter Wolfgang Keimp, der am Donnerstagabend dem Gemeinderat die Zahlen für das vergangenen Jahr vorgestellt hat.

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Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist in den vergangenen Jahre deutlich zurückgegangen. In Brackenheim sanken die Fälle auch 2019 wieder.

Foto: dpa

Demnach ist die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent zurückgegangen. "Wir haben in der Stadt auch keine Schwerpunkte", sagte Wolfgang Keimp.

Insgesamt 373 Straftaten hat die Polizei in der Heuss-Stadt registriert. In 243 Fällen konnten die Beamten den Täter überführen. Das entspricht einer Aufklärungsquote von gut 65 Prozent. Im Vorjahr lag sie noch bei gut 62 Prozent. "2019 haben wir die beste Aufklärungsquote seit 2005 erreicht", betonte der Leiter des Brackenheimer Polizeipostens.

Mit 251 Fällen liegt die Kriminalitätsquote in der Kernstadt mit Abstand am höchsten. Es folgen Meimsheim und Hausen mit 34 und 33 erfassten Straftaten. Das Jahr davor waren es in Hausen noch 21 Fälle mehr. "Wir hatten hier ein paar Leute, die uns Sorgen gemacht haben. Sie wohnten 2019 nicht mehr hier", erläuterte Wolfgang Keimp den drastischen Rückgang um fast 40 Prozent.

Haberschlacht ist mit drei Fällen der Ortsteil mit den wenigsten Straftaten. Neipperg liegt mit vier Fällen knapp dahinter. Auch in Stockheim (8), Dürrenzimmern (17) und Botenheim (23) gingen die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Fünf Einbrüche in 2019

Diebstähle führten auch 2019 die Statistik an. Wobei die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um 56 auf 88 Fälle gesunken ist. Auch die Wohnungseinbrüche sind weiter rückläufig. Fünf Mal verschafften sich im vergangenen Jahr Einbrecher Zugang in Wohnungen und Häuser. Im Vorjahr waren es noch zwei mehr. Im Vergleich zu 2017 ist die Zahl der Einbrüche sogar um zwei Drittel zurückgegangen.

Straftaten gegen das Leben verzeichnete der Polizeiposten im zweiten Jahr in Folge keine. Die Zahl der Sexualstraftaten ist dagegen um eine auf fünf angestiegen. Mehr Delikte als im Vorjahr gab es auch bei Bedrohungen und Nötigung. "Natürlich kommt es dabei auch immer darauf an, wann sich eine Person bedroht fühlt", erläuterte der Polizeihauptkommissar.

Betrugsfälle verlagern sich ins Internet

Wie Wolfgang Keimp weiter ausführte, verlagern sich Betrugsfälle immer mehr ins Internet. "Manchmal frage ich mich, wo der gesunde Menschenverstand ist", sagte der Chef des Polizeipostens. So erzählte er im Gemeinderat von einem Fall, in dem ein Geschäftsmann 40 000 Euro auf ein spanisches Konto überwiesen hätte, weil er den Gewinnversprechen auf den Leim gegangen ist.

"Wir haben eine gute Sicherheitslage in Brackenheim", sagte Bürgermeister Thomas Csaszar. Dass es in der Heuss-Stadt vergleichsweise friedlich zugeht, machte Keimp auch daran fest, dass es 2019 lediglich einmal Widerstand gegen Polizeivollzugsbeamte gegeben hat. "Das sieht in Heilbronn und in anderen Großstädten ganz anders aus."

Weniger junge Tatverdächtige

Positiv wertete Keimp, dass die Zahl der Tatverdächtigen bei die Kindern, Jugendlichen und Heranwachsenden zurückgegangen ist. 2019 waren es in dieser Altersgruppen 29. Die Zahl der erwachsenen Tatverdächtigen stieg dagegen von 173 (2018) auf 198 (2019). Der Anteil der ermittelten Asylbewerber und Flüchtlinge lag mit 33 Verdächtigen bei 14,5 Prozent.

Die Zahl der Verkehrsunfälle in Brackenheim ist 2019 im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Das sagte der Leiter des Polizeipostens, Polizeihauptkommissar Wolfgang Keimp, am Donnerstagabend im Gemeinderat. Insgesamt 152 Unfälle hat die Polizei im vergangenen Jahr in der Heuss-Stadt erfasst. Davon ereigneten sich 123 Unfälle innerhalb der geschlossenen Ortschaft, 29 außerhalb. Die Zahl der Leichtverletzten lag bei 30, die der Schwerverletzten bei neun. Verkehrstote gab es im vergangenen Jahr auf Brackenheimer Gemarkung nicht.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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