Seit 40 Jahren Chefsekretärin im Güglinger Rathaus

Güglingen  Eine ordentliche Prise Humor, gepaart mit reichlich Organisationstalent: Seit vier Jahrzehnten arbeitet Bettina Römmele in der Güglinger Verwaltung. Ein Jahr lang als Sachbearbeiterin in der Kämmerei, seit 39 Jahren als Sekretärin des Bürgermeisters.

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Bettina Römmele geht seit vier Jahrzehnten jeden Tag gerne ins Rathaus. Sie arbeitet als Sekretärin im Vorzimmer von Bürgermeister Ulrich Heckmann.

Foto: Wolfgang Müller

Eine ordentliche Prise Humor, gepaart mit reichlich Organisationstalent: Seit vier Jahrzehnten arbeitet Bettina Römmele in der Güglinger Verwaltung. Ein Jahr lang als Sachbearbeiterin in der Kämmerei, seit 39 Jahren als Sekretärin des Bürgermeisters. In der Zeit hat die heute 61-Jährige nicht nur drei Bürgermeister erlebt. Auch die Arbeit hat sich vollkommen verändert. "Vieles ist professioneller geworden", sagt die Jubilarin. Auch das Handwerkszeug ist nicht mehr vergleichbar.

Die elektrischen Schreibmaschinen mit Kugelkopf und Korrekturband hatte der damalige Bürgermeister Manfred Volk gerade frisch bestellt. Gegenüber den alten mechanischen Maschinen war das beinahe eine technische Sensation. "Sie hatte nur einen furchtbaren Nachteil: Sie war unheimlich laut.", erinnert sich die Chefsekretärin. "Jeder, der nicht selbst geschrieben hat, musste der Krach wahnsinnig gemacht haben", sagt Bettina Römmele und lacht.

Durchschläge und Tippex-Stifte

Durchschläge in verschiedenen Farben, Korrekturband und Tippex-Stifte: Damals gab es weder eine Löschtaste noch einen angeschlossenen Drucker. "Man musste viel genauer arbeiten", sagt die Chefsekretärin. Originalschreiben etwa an den Landrat konnte man nicht einfach zusammenkleben und kopieren. Mit jedem Tippfehler musste der Brief noch einmal ganz neu geschrieben werden. "Drei bis vier Mal ist schon vorgekommen", erinnert sich Bettina Römmele. Auch, weil der Bürgermeister vielleicht noch einmal den Inhalt des Briefes ändern wollte.

Als Sekretärin Steno gelernt

Mit dem Wechsel ins Sekretariat hatte Bettina Römmele einen Steno-Kurs absolviert. "Das war damals wichtig. Bürgermeister Volk hat viel diktiert." Inzwischen habe sie die Kurzschrift mehr oder weniger wieder komplett verlernt. Mit den neuen Diktiergeräten konnte man den Inhalt abhören. Inzwischen formulieren Bürgermeister und Amtsleiter ihre Texte am Computer selbst.

Neben der klassischen Vorzimmerarbeit hatte Bettina Römmele jede Menge Veranstaltungen zu organisieren. Nicht nur bei der Vorbereitung der Unterlagen für Gemeinderatssitzungen oder Präsentationen bei Personalwechsel. Der Aufgabenbereich reichte auch von Jubiläen über jährliche Feiern bis zu Spatenstich und Einweihung. "Mein erstes großes Fest war die Einweihung der Herzogskelter 1981", erinnert sich die Stockheimerin ganz genau.

Immer die schnellsten im Landkreis gewesen

Vieles sei in den Jahrzehnten professioneller geworden. Mit dem Einzug der Elektronischen Datenverarbeitung ins Rathaus 1994 habe sie sich in das Thema eingearbeitet. So war Bettina Römmele von 1996 bis 2006 auch EDV-Administratorin für die Verwaltung und den Bauhof. Bei Wahlen hat sie die Excel-Tabelle eingeführt. "Wir waren im Landkreis immer die schnellsten mit dem Ergebnis", sagt die Jubilarin.

"Inzwischen gibt es auch mehr Vorschriften." Das hänge auch damit zusammen, dass die Stadt größer, die Aufgaben und Einrichtungen vielfältiger und die Beschäftigtenzahl gewachsen seien. Veranstaltungen wie die Seniorenfeste in der Herzogskelter hätten anfangs noch einen anderen Charakter gehabt als heute. "Wir bewirteten selbst, und die Gemeinderäte haben bedient."

Gut mit Bürgermeistern zusammengearbeitet

Eine Konstante gibt es aber doch:. "Auch wenn nicht jeder Tag eitel Sonnenschein war, habe ich mit allen Bürgermeistern gut zusammengearbeitet." Manfred Volk, Klaus Dieterich und jetzt Ulrich Heckmann seien stets fair gewesen.

In gut einem Jahr geht Bettina Römmele in Vorruhestand. Natürlich identifiziere sie sich mit dem Rathaus. "Ich halte mich aber nicht für unersetzlich. Wenn einer geht, "dann fehlt der Mensch, der Kollege, aber die Arbeit geht weiter".

 

Zur Person

Bettina Römmele ist eine geborene Stockheimerin. Dem Brackenheimer Ortsteil ist die heute 61-Jährige immer treu geblieben. Das Haus, in dem sie heute lebt, hat ihr Großvater vor knapp 100 Jahren gebaut. In Güglingen hat Bettina Römmele ihren Realschulabschluss gemacht. Daran schloss sie in Lauffen mit 16 Jahren eine Ausbildung als Drogistin und Einzelhandelskauffrau an.

Im Güglinger Rathaus fing Bettina Römmele am 10. März 1980 an. Zuerst als Sachbearbeiterin in der Kämmerei. Rund ein Jahr später wurde sie die Sekretärin des damaligen Bürgermeisters Manfred Volk. In gut einem Jahr geht Bettina Römmele in die Freistellungsphase der Altersteilzeit.


Wolfgang Müller

Wolfgang Müller

Autor

Wolfgang Müller arbeitet seit Oktober 2000 in der Regionalredaktion der Heilbronner Stimme. Derzeit berichtet er hauptsächlich aus dem Zabergäu.

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