Noch Potenzial beim Tafelmobil

Lauffen  Die Fahrtafel des Kreisdiakonieverbands Heilbronn fährt inzwischen auch die Stadt Lauffen an. 40 Ehrenamtliche machen mit. Carolin Herrmann ist eine von ihnen und koordiniert das Team.

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Die Fahrtafel des Kreisdiakonieverbands Heilbronn hat seit Jahresbeginn auch die Hölderlinstadt mit ins Programm aufgenommen. Rund 20 Personen nutzen das Angebot.

Foto: Ekkehart Nupnau

Seit dem 10. Januar hat das Tafelmobil eine zusätzliche Station in seine Runde aufgenommen. Die Fahrtafel des Kreisdiakonieverbands Heilbronn fährt inzwischen auch die Stadt Lauffen an. Bisher war sie im Zabergäu nur in Brackenheim und Güglingen unterwegs. Doch während dort seit Mitte März Corona-bedingt keine Fahrten mehr stattfinden, haben sich die ersten Monate in Lauffen recht gut angelassen.

Das Fahrzeug wird in der Warenhalle der Kreisdiakonie in Heilbronn mit Lebensmitteln und Haushaltswaren bestückt und macht sich freitags auf den Weg in die Hölderlinstadt - wenn vor dem Freitag ein Brückentag liegt, fällt die Fahrt aus. Hier macht der Wagen von 9.45 bis 11 Uhr Station an der Traubenannahmestelle der Lauffener Weingärtnergenossenschaft in der Urbanstraße. Rund 40 Ehrenamtliche sind in Lauffen im Einsatz: Es sind Kassierer, Verkäufer und Fahrer.

Einwohner nehmen das Projekt an

Carolin Herrmann koordiniert das gesamte Team und stellt die Verbindung zu Verbands-Abteilungsleiter Matthias Weiler her. Sie organisiert den Fahrplan der Fahrer, koordiniert den Einsatz der Ehrenamtlichen und prüft die Berechtigungsausweise der Bedürftigen. Herrmann ist begeistert, wie die Lauffener das Projekt annehmen: "Die WG ist sehr kooperativ und stellt uns den Platz und den Strom zur Verfügung."

Ein Fitnesscenter, das wegen der Corona-Krise schließen musste, habe Milch gespendet, eine Anwohnerin bringe regelmäßig Öl, Milch und Butter vorbei. Und die Ehrenamtlichen untereinander hätten ein "tolles Gemeinschaftsgefühl". Herrmann: "Wir wünschen uns allerdings noch mehr Kundschaft."

Bisher sind es etwa 20 bis 22 Personen, die hier einkaufen und etwa ein Drittel des handelsüblichen Preises zahlen müssen. In der Regel seien es Stammkunden, die das Angebot der Fahrtafel nutzen. Zuletzt seien jedoch drei neue Käufer hinzugekommen. Die große Mehrheit der Kundschaft kommt aus Lauffen. Aber auch aus Nordheim und Kirchheim steuern Menschen die Tafel an.

In den Corona-Zeiten müssen auch hier einige Regeln eingehalten werden. Dies sei aber kein Problem, so Herrmann. "Die Trockenware dürfen sich die Kunden selbst nehmen. Die Frischware wie Milch oder Butter geben unsere Ehrenamtlichen aus."

Anfangs große Verunsicherung

Zu Beginn der Pandemie sei die Verunsicherung der Menschen groß gewesen. "Da sind weniger Kunden gekommen." Die Hoffnung, dass wegen des Ausfalls der Fahrtafel einige Kunden aus Brackenheim oder Güglingen nach Lauffen kommen würden, erfüllte sich allerdings nicht. Viele Personen kommen zu Fuß, per Rad oder in einer Fahrgemeinschaft mit dem Auto.

Stark nachgefragte Produkte sind Sonnenblumenöl, Eier, Kaffee und Butter. Carolin Herrmann: "Leider sind diese Waren aber nur begrenzt vorhanden." Die Koordinatorin wundert sich allerdings darüber, dass Erdbeeren, Spargel, Rhabarber oder auch Brot und Maultaschen kaum gefragt sind.

Carolin Herrmann, die im Landratsamt in Heilbronn arbeitet, wollte zusätzlich ehrenamtlich tätig werden und sei nur durch Zufall in diese Position als Koordinatorin hineingerutscht. Heute ist sie froh darüber: "Es macht einfach viel Spaß."

Wiedereröffnung am 19. Juni

Brackenheim und Güglingen werden von der Tafel seit März nicht angefahren, weil nahezu alle ehrenamtlichen Mitarbeiter aufgrund ihres Alters zur Risikogruppe zählen, sagt Rolf Schreck. Der Pfaffenhofener ist dort unter anderem als Fahrer im Einsatz. "Ab dem 19. Juni soll es aber auch bei uns wieder losgehen."


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

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