Lesersommer in den Brackenheimer Weinbergen

Brackenheim  Bei einer Wanderung durch die Brackenheimer Weinberge genießen 15 Stimme-Leser Lemberger und Co. und einen malerischen Ausblick auf das Zabergäu.

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Zwei Dinge dürfen nicht fehlen als sich am Donnerstagmittag 15 Stimme-Leser zur Wanderung in die Brackenheimer Weinberge aufmachen: Festes Schuhwerk und der Umhängebeutel fürs Weinglas. Dorothee Hönnige von der Weingärtner Stromberg-Zabergäu eG wirft noch kurz einen prüfenden Blick in den wolkenbehangenen Himmel: "Das Wetter ist ideal", sagt die Weinerlebnisführerin, "nicht zu heiß und nicht zu kalt." Nur wenige Gehminuten von der WG entfernt, findet sich die Gruppe inmitten saftig grüner Weinberge wieder.

Keine Frage: Brackenheim macht seinem Namen als größte Weinbaugemeinde Württembergs alle Ehre. Aber das ist nicht die einzige Superlative, mit der sich die Theodor-Heuss-Stadt schmücken darf: Ist sie doch außerdem die größte Rotweingemeinde Deutschlands sowie die größte Lemberger-Gemeinde der Welt.

"Da geht mir das Herz auf, wenn ich so viele gesunde Trauben sehe", schwärmt Anita Schneider mit Blick auf die voll behangenen Reben. Dorothee Hönnige nickt, räumt aber ein, dass die Lese vereinzelt nur dürftig ausgefallen sei. "Im Mai sind einige Trauben erfroren." Die Lese dieses Jahr begann Anfang September. "Vor zehn Jahren noch waren die Trauben erst Anfang Oktober reif. Daran merkt man den Klimawandel."

Trollinger ist besonders anfällig für Sonnenbrand

Besonders anfällig für Sonnenbrand sei der Trollinger. "Um einiges robuster ist dagegen der Weißburgunder." Der ist es auch, der für eine erste Kostprobe im Glas der Feinschmecker landet. Ronald Willrett nimmt einen Schluck von dem zitronengelben Weißwein. Sein Fazit? "Sehr lecker. Normalerweise trinke ich lieber Rotwein, aber der hier ist schön fruchtig, perfekt für warme Tage."

Auf dem Weg zur nächsten Probier-Station bezwingen die Stimme-Leser einen kurzen, aber steilen Aufstieg. Oben angekommen lässt die Belohnung nicht lange auf sich warten: Majestätisch thront der Mönchsberg am Horizont. "Wir wohnen in einer Gegend, wo andere Urlaub machen. Das ist toll", sagt Kornelia Weiß und lässt ihren Blick über das Zabergäu schweifen.

Bei einem Glas lachsfarbenen Bio-Roséwein erzählt Dorothee Hönnige, dass die Bio-Nachfrage steigt. Von den insgesamt 725 Hektar Rebfläche, die die WG Stromberg-Zabergäu bewirtschaftet seien 40 Hektar reiner Bioanbau. Was ist der Unterschied zu normalem Wein? Dorothee Hönnige nennt ein Beispiel: "Die Winzer benutzen kein Mineraldünger, sondern Mist. Es kommen so natürliche Mittel wie möglich zum Einsatz." Aber nicht nur der Inhalt, auch die Verpackung spielt beim Kaufverhalten der Kunden eine immer größere Rolle, verrät die Weinerlebnisführerin. Den Weißburgunder zum Beispiel gibt es in einer schlanken, durchsichtigen Flasche. "Das vermittelt Frische und Leichtigkeit."

Alternative zum Heilbronner Weindorf

Franz Landsgesell ist vom Rosé, einer Komposition aus Spätburgunder und etwas Lemberger, begeistert: "Der trifft voll meinen Geschmack." Der Tag heute sei für ihn eine schöne Alternative zum Heilbronner Weindorf, das coronabedingt dieses Jahr nicht stattfinden kann.

Für die dritte und letzte Station schenkt Dorothee Hönnige bei strahlendem Sonnenschein - die Wolkendecke ist mittlerweile aufgerissen - fruchtigen Lemberger aus. "Das Beste kommt zum Schluss", sagt sie mit einem Augenzwinkern. Sven Diefenbacher zieht ein positives Fazit über den heutigen Tag: "Es war sehr informativ. In den Weinbergen kriegt man ganz andere Eindrücke als in einer WG. "


Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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