Zaberfelds neue Bürgermeisterin ist "gefühlt schon mittendrin"

Zaberfeld  Diana Kunz wird am Dienstag als Bürgermeisterin von Zaberfeld verpflichtet und freut sich auf ihre Aufgabe. Trotz der widrigen Umstände durch die Corona-Krise will sie das Amt positiv gestimmt antreten.

Email

Mit ihrem zukünftigen Arbeitsumfeld hat sich Diana Kunz bereits vertraut gemacht. Schon jetzt fühlt sie sich in Zaberfeld sehr wohl.

Foto: Andreas Veigel

Am 5. Mai wird Diana Kunz als neue Bürgermeisterin von Zaberfeld vom Gemeinderat verpflichtet. Eigentlich sollte dieser Vorgang gemeinsam mit einer Verabschiedung ihres Vorgängers Thomas Csaszar und einer Feier im Rathaus stattfinden. Doch Corona hat diesem Vorhaben einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Gremium kommt nun zu einer reinen Arbeitssitzung zusammen, bei der die neuen Rathauschefin eingesetzt wird.

Frau Kunz, die Umstände für Ihren Beginn im Rathaus könnten sicherlich angenehmer sein. Mit welchen Gefühlen starten Sie ins Amt?

Diana Kunz: Ich gehe das Amt trotz dieser schwierigen Umstände positiv an. Es freut mich vor allem, dass wir die Wahl noch durchführen konnten. Außerdem hat sich in dieser Zeit gezeigt, was für ein tolles Team ich in Zaberfeld habe. Es haben alle mit angepackt und vor allem viel Verständnis aufgebracht. Ich bin sehr dankbar und freue mich auf die Zeit nach der Krise, wenn wir wieder unter normalen Bedingungen arbeiten können.


Wie lief die Kommunikation mit Eckhard Keller, der den Laden in den vergangenen Wochen als stellvertretender Bürgermeister geschmissen hat?

Kunz: Das lief sehr gut. Ich war einmal vor Ort am 13. März, als die ersten Beschlüsse im Hinblick auf die Schul- und Kindergartenschließung von der Landesregierung veröffentlicht wurden. Danach habe ich mich selbst in freiwillige Quarantäne begeben, da ich im Winterurlaub im Paznauntal war. Aber auch während dieser Zeit lief es per Mail und Telefon rund. Auch die Abstimmung mit den anderen Bürgermeisterkollegen Ulrich Heckmann, Dieter Böhringer und Thomas Csaszar war gut.


Viele Mitarbeiter sind wegen der Corona-Krise vermutlich im Homeoffice. Ein persönliches Kennenlernen wird dadurch zumindest erschwert?

Kunz: Jein. Bisher gab es einen Zwei-Schicht-Betrieb im Rathaus. Wir haben uns aber darauf verständigt, dass wir ab diesem Montag wieder alle im für die Öffentlichkeit aber noch geschlossenen Rathaus sind. Dazu haben wir Vorkehrungen mit Plexiglas und Schutzausrüstung getroffen. Ich war in den letzten Tagen vor Ort und habe die Mitarbeiter während des Schichtdienstes persönlich kennengelernt.


Dann haben Sie sich also schon ein Bild machen können.

Kunz: Ja. Am 17. April war mein letzter Arbeitstag in Eppingen, ich habe seitdem Urlaub und wollte mich auf die anstehende Gemeinderatssitzung am Dienstag, die ich schließlich leite, vorbereiten. Gefühlt bin ich schon mittendrin.


Die Sitzung läuft in Corona-Zeiten auch anders ab...

Kunz: Wir machen die Sitzung wegen der Abstandsregeln in der Gemeindehalle, und es dürfen leider nur 15 Bürger teilnehmen. Ich hoffe, dass die Menschen dafür Verständnis haben.


Sie haben sich also am Ende Ihrer Eppinger Zeit Raum geschaffen, um sich mit Ihrem neuen Amt zu beschäftigen. Eine Herausforderung?

Kunz: Das lief seit Mitte März parallel. Ich hatte in Eppingen sehr viel Freiraum, um mich Zaberfeld widmen zu können.


Sie sind 24 Jahre in der Verwaltung, davon die letzten sieben Jahre als Leiterin des Geschäftsbereichs Liegenschaften und Infrastruktur. Ist damit das Ende der Karriereleiter erreicht?

Kunz: Das würde ich sagen. Ich fühle mich jetzt schon sehr wohl in Zaberfeld. Da gibt es ein herzliches Miteinander, so dass ich sagen muss, dass ich meinen Platz in Zaberfeld gefunden habe. Ich strebe nicht nach höheren Aufgaben. Das zeigt auch meine berufliche Biografie. Ich bin seit 20 Jahren in Eppingen gewesen und möchte nun 20 Jahre in Zaberfeld sein.

Diana Kunz (47) stammt aus Sinsheim und hat 1991 in Eppingen ihr Abitur gemacht. Sie absolvierte eine zweijährige Ausbildung bei der Stadt Eppingen, studierte an der FH für öffentliche Verwaltung in Ludwigsburg und arbeitet seit 1996 in der Eppinger Stadttverwaltung; seit 2013 als Leiterin des Geschäftsbereichs Liegenschaften und Infrastruktur. Diana Kunz hat einen 18-jährigen Sohn, verbringt ihre Freizeit gerne wandernd oder radfahrend in der Natur und lädt gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten gerne Freunde ein.


Welche Aufgaben stehen in Ihrer Prioritätenliste oben?

Kunz: Viele Themen werden vorgegeben. An Terminen stehen die Lenkungsgruppe Naturpark, ein Programmaufruf Städtebauförderung an, und wir müssen die Personalsituation für die Kindergärten in Leonbronn und Ochsenburg optimieren. Hierfür haben wir Stellenausschreibungen auf den Weg gebracht. Und ich habe mich dem Thema Wohnbauentwicklung verschrieben, da wir den örtlichen Bedarf decken wollen. Hier besteht vor allem in Ochsenburg Handlungsbedarf.


Was gefällt Ihnen in Zaberfeld besonders gut?

Kunz: Das offene und herzliche Miteinander. Außerdem das aktive Vereinsleben, obwohl es derzeit auf Eis gelegt ist. Das sind Punkte, die Zaberfeld liebenswert machen, und deshalb fühle ich mich dort heute schon ausgesprochen wohl.


Eine bürgerfreundliche Verwaltung ist in aller Munde. Wie wollen Sie hier wirken?

Kunz: Das müssen wir optimieren. Unsere Homepage hat Verbesserungsbedarf. Das Rathaus ist nicht barrierefrei. Da müssen wir uns etwas überlegen, wobei es mit der vorhandenen Bausubstanz schwierig ist. Aber es gibt auch hier Lösungen, mit einem Aufzug oder einem kleinen Anbau. Wenn man zum Rathaus kommt, kann man den Eindruck gewinnen, dass einem eine Barriere im Weg steht. Das möchte ich offener gestalten. Doch nun geht es zunächst darum, die Corona-Krise für alle in Gesundheit zu bewältigen.


Freidhelm Römer

Friedhelm Römer

Autor

Friedhelm Römer hat Ende der 80er Jahre bei der Heilbronner Stimme volontiert, kam 2001 als Sportredakteur zurück und arbeitet seit 2009 in der Landkreisredaktion. Er kümmert sich sich hier um Schwaigern, Lauffen, Pfaffenhofen und Zaberfeld. Darüber hinaus ist er Mitglied des lokalen Bildungsteams.

Kommentar hinzufügen